Ein Bargeldverbot würde den Exportüberschuss steigern

18. Februar 2016 | By darek | Filed in: Allgemein.

Aktuell ist in der politischen Debatte das Thema Bargeldobergrenze, Bargeldabschaffung und das Abschaffen von 500€-Noten im Gespräch. Als Begründung dafür wird die Verhinderung von Terrorismusfinanzierung genannt. Das ist natürlich Unsinn. Das Ziel ist ein anderes.

Daher möchte ich bzgl. dieser Debatte einmal aufzeigen, dass eine Bargeldabschaffung zu einem höheren Exportüberschuss führen würde. Der natürlich schlecht wäre.

Dieser Zusammenhang wirkt auf den ersten Blick natürlich weit hergeholt. Was hat das eine mit dem anderem zu tun?

Nun, hier die Erklärung:

Zuerst einmal müssen wir uns klar machen in welchen Bereichen Bargeld eine wichtige Rolle spielt.

Zu nennen sind:

– Schwarzarbeit

– Konsum

– Spenden sammeln

– Kriminalität (z.B. Drogen, Hehlerei) oder Prostitution

Terrorismusfinanzierung selbst funktioniert anders. Hier sind Spenden und Mitgliedsbeiträge zu nennen, die überwiegend per Überweisung stattfinden in Richtung von Scheinvereinen bzw. Scheinunternehmen. Also bargeldlos funktionieren. Hier kann es durchaus Verknüpfungen mit kriminellen Aktivitäten geben, aber sie sind eher selten.

Kriminalität:

Setzen wir uns zuerst mit dem Thema Kriminalität auseinander. Die Wirtschaftszweige Drogen, Hehlerei und Prostitution würden zusammenbrechen, wenn es kein Bargeld mehr geben würde. Das Risiko, durch dann zu machende bargeldlose Überweisungen, entdeckt zu werden, würde extrem gesteigert werden.

Das erhöhte Risiko kann man so beschreiben: Bei Prostitution müsste man der Ehegattin oder dem Ehegatten erklären, wie denn die Überweisung auf dem Kontoauszug zustande kam. Bei Drogen ist es fast das gleiche. Wenn ein Dealer auffliegt und dessen Kontodaten geprüft werden, sieht man auch diejenigen, die auf dieses Konto eingezahlt haben. Und die werden dann natürlich von der Polizei mal durchleuchtet. Bei Hehlerei ist es das gleiche.

Entscheidend dabei ist, dass die Nachfrage in diesen Bereichen, aus zu hohem Risiko für die Kunden, zusammenbrechen würde. Und wenn die Nachfrage zusammenbricht, dann würden viele Drogendealer, Hehler und Prostituierte ihr „Geschäft“ dicht machen müssen und müssten sich arbeitslos melden.

Man könnte nun moralisch argumentieren, dass dies nicht so schlecht sei. Aber dennoch würde es zu einer erhöhten Anzahl an Arbeitslosen führen. Und hier rede ich von einer Anzahl von knapp 1Mio neuen Arbeitslosen.

Konsum:

Die Benutzung von Bargeld hat in den letzten Jahren im Bereich des normalen Konsums abgenommen. In den meisten Fällen zahlen wir mit Karte.

Hierzu ist zu sagen, dass viele Geschäfte eine Mindesteinkaufssumme verlangen, ab der man mit Karte zahlen kann. In den meisten Fällen beträgt sie 10 Euro. Hier müssen wir uns also bei einem Bargeldverbot diejenigen Bereiche anschauen, die unter diesen 10 Euro liegen. Dies kann der Eisverkäufer sein, der Blumenverkäufer der mit seinem Bauchladen durch die Straßen geht, dass kann die Imbissbude sein aber auch der Klingelbeutel in der Kirche oder der Besuch auf der Kirmes.

Entscheidend ist: Wenn diese Unter-10€-Bereiche auch Kartenzahlung anbieten müssen, dann erhöhen sich die Kosten für diese Geschäftsbereiche. Ein Kartenzahlungsgerät kostet eine Grundmiete im Monat von knapp 20€ und jede Zahlung mit diesem Gerät schlägt nochmal von 20ct bis 55ct zu Buche. Je nachdem welche Bank man damit betraut.

Der Gewinn der entsprechenden Unternehmen sinkt und einige der Unternehmen werden sogar ein massives Problem haben. Wenn ich da an die Kirmes denke, dann denke ich an Spielautomaten die nur mit Euromünzen funktionieren oder an Fahrkartenautomaten für Fahrgeschäfte. Zusätzlich dazu ist es ein Brauch, seinen Kindern einfach Geld in die Hand zu drücken und sie dann auf der Kirmes rumlaufen zu lassen. Dies würde dann auch wegfallen, da man den Kindern ja nicht die EC-Karte oder Kreditkarte mitgibt.

Es entstehen also in diesem Bereich höhere Kosten und einige Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr. Die Folge ist: Einige Unternehmen müssen dicht machen und die Unternehmer und Angestellten müssen sich arbeitslos melden. Also auch hier: Mehr Arbeitslose.

 

Spenden sammeln:

In der Einkaufsstraße stehen und Spenden sammeln. Ginge nicht mehr.

Einem obdachlosen Bettler Geld geben. Ginge nicht mehr.

Die Spendenbereitschaft für solche Bargeldphänomene würde einbrechen. Teils wegen Bequemlichkeit, aber teils auch wegen des Vertrauensaspekts. Wenn ich jemanden etwas spenden will und dafür meine Karte benutzen muß, dann frage ich mich auch gleichzeitig, ob es sich um ein manipuliertes Kartenlesegerät handeln könnte oder nicht.

Daher wird das Spendenvolumen zurückgehen. Und da die meisten Spenden für soziale Projekte gesammelt werden, müssen sich diese sozialen Projekte entweder einschränken oder das nun fehlende Geld vom Staat erkämpfen.

 

Schwarzarbeit:

Aber nun der allerwichtigste Punkt. Die Schwarzarbeit.

Sie läuft in den allermeisten Fällen bargeldlos ab. Schafft man das Bargeld ab, hat dies verherrende Konsequenzen.

Wenn ein Arbeitsloser schwarz arbeitet, dann wird er diese Arbeit aufgeben. Seine Kaufkraft wird sinken.

Wenn ein Nicht-Arbeitslos-gemeldeter seine Schwarzarbeit aufgibt, dann muß er sich arbeitslos melden. Zusätzlich sinkt auch seine Kaufkraft.

Durch ein Bargeldverbot kann man Schwarzarbeit abschaffen, drängt diese Menschen aber in den Zustand der Arbeitslosigkeit und sorgt für eine geringere Kaufkraft.

 

Zusammenfassung:

Ein Bargeldverbot führt zu deutlich mehr Arbeitslosen und zu einer geringeren Kaufkraft der betroffenen Bürger.

Dies bedeutet, dass nun das Lohndumping durch Hartz4 noch verschärft werden kann. Es sind noch mehr Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt und diese müssen durch Sanktionen jeden Preis für ihre Arbeit annehmen. (Diese Sanktionen können nun auch nicht mehr durch Schwarzarbeit entschärft werden für die Betroffenen) Dadurch sinken die Löhne noch weiter. Und da die Löhne jetzt schon viel zu niedrig sind und dadurch einen Exportüberschuss verursachen, wird die dann entstehende verschärfte Lohndrückerei zu einem noch größeren Exportüberschuss als jetzt führen. Und dies ist sehr schlecht.

Warum?: Ein Exportüberschuss ist das gleiche wie ein Importdefizit. Die Menschen in diesem Land haben nicht genug Kaufkraft in der Tasche um genug Waren aus dem Ausland zu kaufen. Mit einem Bargeldverbot würde die Kaufkraft vieler Bürger noch weiter absinken und das Importdefizit würde steigen und damit der Exportüberschuss.

 

Das wars…

 


One comment on “Ein Bargeldverbot würde den Exportüberschuss steigern

  1. OvO sagt:

    Hm mag alles richtig sein odre auch nicht. Für meinen Geschmack etwas zu klein gedacht. Langfristig wird das Ziel sein all jene, die nicht systemkonform agieren, einfach auszusperren. Beziehungsweise mit dieser Option auch Druck auszuüben. Das gilt sowohl für Initiatoren alternativer Bewegungen wie auch für große Konzerne, den kleinen Mann und weiteres. Man droht ihnen sozusagen mit wirtschaftlichem Exil. Und da man damit direkt auf die Existenz- und Verelendungsängste drückt, erhofft man sich so jede Art von Rebellion kleinzukriegen.

    Ein weiterer Grund ist die Optimierung des Datensammelns. Wenn jeder mit Karte bezahlen muss weiß man einfach immer wo Person X sich gerade befindet, was er sich so kauft etc. Daraus kann man, im wahrsten Sinne, ganzheitliche Profile erstellen. Dann brauchen sie keine NSA mehr. Spart viel Geld. Dann heißt es: Wenn Person X ein Buch von Autor X kauft, kommt er auf die rote Liste (etwas überspitzt). Macht, Kontrolle, Faschismus in einer ganz neuen Dimension.

    Möglicherweise rechnet man aber auch damit, dass sich die alternativen Menschen bewusst abwenden und eine Art Parallelwirtschaftssystem aufbauen. Das würde, denke ich, zwangsläufig folgen. Das wäre dann der erste konkrete Schritt zum dritten, und vermutlich auch letzten, Weltkrieg. Aber naja, das ist ja noch Zukunftsmusik. Es bleibt spannend. Ich bezahle übrigens Bar, sofern es nur geht. Sowohl aus diesem Grund, wie auch aus Traditionellen.

    Einen Exportüberschuss hat Deutschland übrigens schon lange. Zumindest im Sinne des Binnenmarktes der EU. Das ist ja der Grund warum es Griechenland, Spanien, Portugal und co so dreckig geht. Deutschland und Österreich exportieren zuviel und sacken die ganze Kohle ein (die Unternehmen, nicht der Staat, der hat selbst nichts).

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