Die Sache mit den Reparationszahlungen, eine kleine Feststellung für zwischendurch…

17. April 2015 | By darek | Filed in: Allgemein.

Ein aktuelles Thema sind die Reparationszahlungen Deutschlands aus den Zeiten des zweiten Weltkrieges. Ein Argumentationskonzept, welche ich des öfteren lese und höre, ist folgendes:

„Warum muß ich für etwas zahlen, was meine Vorfahren gemacht haben? Damit habe ich doch nichts zu tun!  Seit wann ist Erbschuld wieder in Mode gekommen und seit wann gibt es Sippenhaft?“

Diese Fragen, sind meiner Ansicht nach, völlig falsch gestellt. Denn…

Müsste die Frage nicht eigentlich lauten: Warum verschieben die Politiker bestimmte Probleme eigentlich ständig auf die nächsten Generationen? Ist das nicht den nachkommenden Generationen unfair gegenüber?

Bei den Reparationszahlungen, hätte bereits vor knapp 60 Jahren eine entgültige Lösung, durch die damaligen Politiker initiiert werden müssen! Stattdessen wurde z.B. auf der Londoner Schuldenkonferenz 1953 die Regelung getroffen, dass die Reparationszahlungen erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands geklärt werden. Da man damals davon ausging, dass sich Deutschland (aufgrund des „kalten Krieges“) wahrscheinlich eh nicht wiedervereinigen wird, ging man auch gleichzeitig davon aus, dass man das Thema „Reparationszahlungen“ nie und nimmer wieder anfassen muß.

Im Grunde genommen wurde durch so eine Vorregelung festgelegt, dass dieses Problem damit von den deutschen Bürgern jener Zeit ferngehalten wird und sich evtl. vllt. mal die (gesamt-)deutschen Bürger der nächsten Generationen darum kümmern müssen. Also: Aus den Augen, aus dem Sinn.

Und genau diese Vorgehensweise der damaligen Politik fällt uns jetzt auf die Füsse.

Unsere Generation sollte also nicht diejenigen anprangern, die die Forderungen nach Reparationen stellen, sondern diejenigen anprangern von damals, die eine Politik gemacht haben, die dieses Problem auf uns geschoben hat!

Dementsprechend müssen die Begriffe der Erbschuld und der Sippenhaft anders verargumentiert werden. Es sind nicht „die Anderen“ die uns eine Schuld aufladen, sondern es sind die (deutschen) Politiker von vor 60 Jahren, die uns die Schuld nicht abgenommen haben, so das wir heute immer noch die Schuld haben.

Von meiner Seite aus, gebe ich also nicht den Ländern die Schuld, die Reparationszahlungen fordern, sondern der deutschen Politik von vor 60Jahren, da sie das Problem nicht geklärt haben und einfach auf uns abgeladen haben.

Übrigens geht es hier nicht nur um die Reparationszahlungen für Griechenland, sondern für eine ganze Menge anderer Länder noch dazu.

 

Noch was?

Wie sieht das eigentlich mit Themen aus, wie dem Klimawandel, bzw. mit dem Umgang damit? Sprich, Kyoto-Protokoll und dergleichen? Da ist es genau das gleiche Konzept. Die heutige Politik verschiebt diese Probleme einfach auf die nächste Generation. Und die nächste Generation steht schon in den Startlöchern mit Fragen wie: „Moment, wieso sollen wir für Klimaschäden zahlen, wenn es unsere Vorfahren waren, die den Planeten verdreckt haben? Haben wir schon wieder Erbschuld und Sippenhaft?“.

Oder wie sieht es mit den Folgen der Wirtschaft aus? Dem Raubbau an der Natur, der Zerstörung der Lebensgrundlage von Millionen Menschen? Auch diese Probleme werden immer schön an die nächsten Generationen weitergereicht. Die werden schon eine Lösung finden.

Oder die Sache mit dem Welthunger. Ein Problem welches schon seit Jahrzehnten existiert und von der Politik nicht gelöst wird. Stattdessen auch hier ein Abschieben der Probleme auf die nächsten Generationen. Die werden sich schon irgendwas einfallen lassen…. Auch hier stellen sich die deutschen Bürger die Frage, warum sie eigentlich Hunger- und Armutsflüchtlinge aufnehmen sollen. Antwort: Weil die Politik der letzten Jahrzehnte versagt hat!

Oder wie siehts aus mit Kriegsflüchtlingen? Ein Teil der deutschen Bürger fragt sich, warum sie eigentlich Kriegsflüchtlinge aufnehmen müssen. Kann ich euch sagen: Weil die Politik vor Jahren einfach festgelegt hat, dass das Problem schon nicht so schlimm werden wird, als sie ihre Aussenpolitik geplant hat. Und dabei ist es fast egal, welchem Land man da die Schuld zuweisen möchte. Komplettes politisches Versagen.

2014 ist das Jahr mit den meisten Flüchtlingen weltweit, seit dem zweiten Weltkrieg. Und was wird politisch getan? „Augen zu und durch. Wird schon nicht so schlimm werden. Die nächsten Generationen lösen das schon irgendwie.“

Oder wie sieht es mit den Staatsschulden aus? Ach das wird die nächste Generation schon irgendwie lösen…

So gehts nicht.

 

Das wars…

 

 


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