Was ist eigentlich links und rechts?

24. Februar 2015 | By darek | Filed in: Allgemein.

In den letzten Monaten konnte man in der Öffentlichkeit sehr viel über Linke und Rechte lesen und hören. Dabei wurden beide Begriffe gerne benutzt, um andere Menschen zu diffamieren und deren Meinungen kleinzuhalten. Dabei bemerke ich, unabhängig von der gewollt destruktiven Gesprächskultur, dass irgendwie kaum einer versteht, was links und rechts eigentlich sind.

In diesem Beitrag möchte ich daher der Frage nachgehen, was denn links und rechts überhaupt meint. Aus meiner Argumentation heraus kann dann jeder selbst feststellen, ob er links oder rechts ist. (Oder keines von beidem). Oder ob er ein Nazi ist, oder ein Faschist.

Als Grundlage des Artikels nehme ich daher das aktuelle Thema PEGIDA. Denn dort ist die mediale Verbreitung am größten und man findet am meisten Material dazu.

Ausgangsbasis:

Bevor wir uns aber um das Thema Pegida & Co kümmern, brauchen wir eine Grundbasis auf der wir aufbauen können mit der Argumentation. Dazu muß man nur die richtigen Fragen stellen.

Ich nehme diese Fragen einfach aus einem anderen Artikel von mir:

„Die Gesundheit des Staates“

Die Fragen lauten:

1. Vertritt die Politik die Interessen der Gesellschaft?

2. Vertritt die Politik die Interessen der Wirtschaft?

3. Vertritt die Wirtschaft die Interessen der Gesellschaft?

4. Vertritt die Wirtschaft die Interessen der Politik?

5. Vertritt die Gesellschaft die Interessen der Wirtschaft?

6. Vertritt die Gesellschaft die Interessen der Politik?

 

Die Antworten der Bürger, also der Gesellschaft dürften recht eindeutig sein. Wirtschaftsinteressen haben in Deutschland den größten Stellenwert, danach folgen die Interessen der Politik und danach, abgeschlagen auf dem letzten Platz, die Interessen der Gesellschaft.

An diesem Punkt ist es wichtig, wie sich die Interessenlage, aus Sicht der Gesellschaft in Zukunft entwickeln wird:

1. Werden die Interessen der Wirtschaft in Zukunft mehr oder weniger beachtet?

2. Werden die Interessen der Politik in Zukunft mehr oder weniger beachtet?

3. Werden die Interessen der Gesellschaft in Zukunft mehr oder weniger beachtet?

Die meisten Bürger werden die ersten beiden Fragen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit „mehr“ beantworten und die 3. Frage sehr wahrscheinlich mit einem „weniger“.

Zwischendiagnose:

Plump ausgedrückt: Das Volk hat das Gefühl, dass ihre Interessen in Zukunft noch weniger durchgesetzt werden. Der Großteil der Bevölkerung hat daher eine negative Erwartungshaltung für die Zukunft. Um welche Themen es bei diesen Erwartungen geht, wird weiter unten behandelt.

An dieser Stelle möchte ich diese Diagnose mal durch eine Grafik veranschaulichen:

Zukunftserwartung_der_Gesellschaft

 

Aus dieser Grunddiagnose heraus, kann man bereits folgenden Ausruf von Demonstrationen ableiten:

„WIR sind das Volk!“

Dieser Spruch beruht auf genau dieser negativen Zukunftserwartung des Volks. Der Grund im heutigen Deutschland und der damaligen DDR ist genau der gleiche. Die Interessen der Gesellschaft werden nicht beachtet und werden in Zukunft noch weniger beachtet werden. Der Ausspruch „WIR sind das Volk!“ kann dementsprechend auch nicht in ein links/rechts-Schema eingeordnet werden, sondern hat nur was mit einem Ignorieren der Gesellschaft von Seiten der Politik und der Wirtschaft zu tun.

 

Weiter gehts: Das Thema Flüchtlinge und Ausländer

Das ist eines der Hauptthemen der PEGIDA-Demonstranten UND der Gegendemonstranten. Das hier von „Islamisierung“ gesprochen wird, ist an dieser Stelle erstmal nicht relevant und wird weiter unten erklärt.

Ich habe oben bereits die Zukunftserwartungen des Volks aufgezeigt. Nun schaue ich mir die Zukunftserwartungen von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten an, die nach Deutschland kommen.

Diese Zukunftserwartungen sind per Definition positiv, da ihr „altes Leben“ beschissen war. Entweder durch Krieg, Armut oder Unterdrückung. Die Einreise und/oder die Flucht nach Deutschland kann dementsprechend nur zu einer positiven Erwartung für die Zukunft führen.

Die Zukunftserwartung der Flüchtlinge und Migranten kann dementsprechend mit in die oben gezeigte Grafik eingetragen werden:

Zukunftserwartung

Gerechtigkeit:

An dieser Stelle schlägt nun der natürliche Gerechtigkeitssinn der Menschen zu.

Gerechtigkeit bedeutet z.B., dass die Zukunftserwartungen aller Menschen gleich sein sollen. Ob dabei ALLE positiv oder negativ in die Zukunft schauen, ist egal. Hauptsache alle in die gleiche Richtung.

Dementsprechend kann man sich das Thema Gerechtigkeit für alle vier Gruppen anschauen.

Die Zukunftserwartung der Wirtschaft deckt sich mit der Zukunftserwartung der Flüchtlinge. Beide haben eine positive Erwartung an die Zukunft. Dementsprechend ist die Aussage der Wirtschaft: „Immer rein mit den Flüchtlingen. Sie sind gut für die Wirtschaft.“ (Gemein ausgedrückt: billige ausländische Fachkräfte sind gut für die Gewinne der Wirtschaft. Dazu gehört auch der herbeifantasierte Fachkräftemangel.) Die Wirtschaft ist hier in ihrem Gerechtigkeitsempfinden nicht gestört und daher konfliktfrei.

Die Zukunftserwartung der Politik deckt sich mit der Zukunftserwartung der Flüchtlinge. Beide haben eine positive Erwartung an die Zukunft. Dementsprechend ist die Aussage der Politik: „Immer rein mit den Flüchtlingen. Sie sind gut für die Wirtschaft.“ Auch in der Politik ist das Gerechtigkeitsempfinden nicht gestört. Sie ist daher auch konfliktfrei mit den Flüchtlingen.

Anders sieht es dagegen bei der negativen Zukunftserwartung der Gesellschaft und der positiven Zukunftserwartung der Flüchtlinge aus. Hier findet aus menschlicher Sicht eine sehr große Ungerechtigkeit statt.

Dieser Verstoß des Gerechtigkeitsgefühls drückt sich in folgenden Sprüchen aus:

„Wieso soll es denen besser gehen als uns?“

 „Die bekommen alles in den Arsch gesteckt und wir müssen uns totarbeiten!“

„Um uns kümmert sich doch auch keiner!“

„Der Staat soll erstmal die eigenen Leute versorgen, statt hier Geld rauszuschmeißen!“

etc……..

Alle diese Sprüche beruhen auf dem normalen Gerechtigkeitssinn des Menschen. Diese Aussagen kann man genauso wenig wie „WIR sind das Volk!“ in ein links/rechts-Schema einordnen. Dies sind einfach nur Gerechtigkeitsforderungen.

 

 

Gerechtigkeit herstellen

Wie stellt man nun eine Gerechtigkeit her, damit das Gerechtigkeitsempfinden nicht mehr gestört wird. An dieser Stelle wird das links/rechts-Schema dann relevant.

Es gibt nämlich genau zwei grundsätzliche Lösungen um Gerechtigkeit herzustellen. Noch mal zur Erinnerung: Gerechtigkeit ist dann vorhanden wenn ALLE positiv in die Zukunft schauen oder ALLE negativ in die Zukunft schauen. Was nichts anderes heißt, als dann man die Zukunftserwartungen aneinander angleicht.

Und dies geht auf zwei verschiedene Arten.

Die eine Art ist grafisch gesehen folgende:

Gerechtigkeit1

Das heißt, dass man eine Lösung anstrebt, die das Ziel hat, dass die positive Zukunftserwartung der Flüchtlinge zu einer negativen Zukunftserwartung umgebogen wird. Wenn das vollzogen ist, herrscht wieder Gerechtigkeit und die Proteste hören auf.

Um dies zu schaffen, gibt es folgende Möglichkeiten: Flüchtlinge ausweisen, Grenzen dicht macht, den Flüchtlingen das Leben so schwer wie möglich machen, sie beleidigen, sie gewaltsam verfolgen, dafür sorgen, dass sie kein Geld vom Staat bekommen, dafür sorgen, dass sie kein Wohnplatz finden und und und. Es geht bei diesen Lösungen darum, dafür zu sorgen, dass auch die Flüchtlinge ein schlechtes Leben haben werden. Genauso wie die einheimische Gesellschaft.

An dieser Stelle kann man dann die Frage stellen, wo genau sich diese Lösungen im links/rechts-Schema befinden. Die Antwort sollte klar sein: rechts! Aber Achtung, das hat nichts mit „Nazi“ oder „Faschismus“ zu tun,denn das sind andere Sachen. (Siehe unten)

 

Die zweite Möglichkeit besteht im genau umgekehrten Weg. Grafisch wie folgt zu sehen:

Gerechtigkeit2

Das heißt, dass man eine Lösung anstrebt, die das Ziel hat, dass die negative Zukunftserwartung des Volks zu einer positiven Zukunftserwartung umgebogen wird. Wenn das vollzogen ist, herrscht wieder Gerechtigkeit und die Proteste hören auch auf.

Um dies zu schaffen, gibt es folgende Möglichkeiten: Altersarmut besiegen, mehr Bürger in der Politik, Volksabstimmungen, „Die Gesellschaft hat Vorfahrt und nicht die Wirtschaft“, direkte Demokratie, vernünftige Arbeitswelt, höhere Löhne, Abschaffung des menschenverachtenden Hartz4-Systems, die Wichtigkeit unserer Kinder mal ernst nehmen, Steuergerechtigkeit  und und und.

Das Volk soll genauso positiv in die Zukunft schauen können, wie die Flüchtlinge.

An dieser Stelle kann man wieder die Frage stellen, wo diese Lösungen im links/rechts-Schema zu finden sind. Die Antwort lautet ganz klar: links!

Links/Rechts-Schema:

„Links“ und „Rechts“ unterscheiden sich also NUR in den propagierten Lösungen, um die Gerechtigkeit wieder herzustellen. Linksradikal und Rechtsradikal sind dementsprechend nur extrem verschärfte Lösungen aus diesem links/rechts-Spektrum.

Zugrunde liegt beiden aber das gleiche: Die Empfindung von Ungerechtigkeit und das begreifen, dass das Volk nichts mehr zu sagen hat.

Aus diesem Grund haben es z.B. die Griechen richtig gemacht, die genau das gleiche Problem wie wir haben. Denn dort haben sich die Linken und Rechten zusammengeschlossen und die etablierte politische Kaste aus der Politik geworfen. Also genau die Politiker rausgeworfen, die gegen das griechische Volk agiert haben. Denn auch dieses Volk stand auf der Straße mit „WIR sind das Volk!“-Rufen! Ob das im Endeffekt erfolgreich sein wird, um den Griechen wieder eine positive Zukunft zu ermöglichen, sei mal dahin gestellt.

 

Nun, der Vollständigkeit halber, noch die Begriffe „Nazi“ und Faschismus:

Auch diese beiden Begriffe kann man grafisch anhand des obigen Modells erklären.

Nazi’s sind Nationalsozialisten. Das heißt nichts anderes als:  soziale Politik : ja, aber nur für Deutsche. Oder anders ausgedrückt: Der Staat soll sich um die Deutschen kümmern und nicht um Flüchtlinge, Ausländer und Migranten.

Grafisch kann man dieses Ziel so darstellen:

Nationalsozialismus

Dem Begriff Faschismus liegt das gleiche Konzept zu Grunde, definiert aber „oben“ und „unten“ nicht über die Nationalität sondern über den Wert eines Lebens. Dies ist hier veranschaulicht:

Faschismus

Nationalsozialismus ist eine spezielle Form des Faschismus. Der Nationalsozialismus, so wie er ab 1933 bis 1945 angewendet wurde, beruft sich darauf, dass nur „echte Deutsche“ wertvoll sind und alle Menschen die „Nicht-Deutsch“ sind, minderwertig sind. Diese Trennung, zwischen wertvoll und wertlos, erfolgte erst über die Nationalität und sehr schnell im späteren Verlauf über Rassentheorien und genetische Theorien. Es gab aber noch weitere Trennmerkmale zwischen wertvoll und wertlos. Angedeutet seien da die ständig erwähnten „raffgierigen und schmarotzenden“(ökonomisch“) „unreinen“(rassisch,genetisch) „Juden“ („religiös“). Der Faschismus kennt keine Grenze in der Kombination der Trennmittel.

Der Faschismus stellt „minderwertiges Leben“ über einfachste Attribute her. Über ökonomische Zusammenhänge („Arbeitslose sind minderwertig“, „Hartz4-Empfänger sind minderwertig“, „Reiche sind minderwertig“ -> ökonomischer Faschismus), über Religion („Andersgläubige sind minderwertig“ -> religiöser Faschismus), über die Ideologie („Rechte sind minderwertig“, „Linke sind minderwertig“, „Kapitalisten sind minderwertig“,“Sozialisten sind minderwertig“, „Kommunisten sind minderwertig“ -> ideologischer Faschismus) oder, wie bereits genannt, über die Nationalität („Nicht-Deutsche sind minderwertig!“ -> nationaler Faschismus) oder über Genetik („Menschen mit bestimmten genetischen Eigenschaften sind minderwertig! (Rassen, Hautfarben… braune Augen…)“ -> rassistischer Faschismus oder kurz Rassismus. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe mehr solcher Attribute.

 

Verlauf, Ursache und Wirkung:

Solche Weltbilder und Denkweisen entstehen nicht durch Zufall. Sie folgen einer festen Reihenfolge die man in einfache Schritte unterteilen kann, für das gesamte Links/Rechts-Spektrum.

In der folgenden Grafik ist dies veranschaulicht:

Radikalisierungsprozess

Dieses Verlaufskonzept wird erst aktiv, wenn eine ungerechte Situation über einen längeren Zeitraum anhält.

Die Aktivierung dieses Konzeptes ist eine Reaktion auf die Ungerechtigkeit und soll dazu führen, die Gerechtigkeit wieder herzustellen. Wie die Gerechtigkeit wieder hergestellt werden kann im Links/Rechts-Spektrum, habe ich bereits oben aufgezeigt.

Entscheidend ist folgendes: Wenn eine Stufe aus diesem Konzept nicht funktioniert, sich also die Gerechtigkeit nicht einstellt, wird automatisch die nächste Stufe genommen. Das ist das, was man unter Radikalisierung versteht. Der Prozess, von der Wahrnehmung der Ungerechtigkeit bis zur letzten Stufe, dem Faschismus, kann mehrere Jahre dauern. Die Radikalisierung fällt daher meistens erst auf, wenn es zu spät ist.

Randnotiz: Dem geneigten Leser wird an der Grafik auffallen, dass sich auch „links“ in der letzten Stufe zum Faschismus ausbildet. Das mag für „Linke“ natürlich erstmal befremdlich wirken, ist aber einfach zu erklären: Wenn „Rechte“ die „Linken“ als minderwertiges Leben ansehen, ist das (ideologischer) Faschismus. Wenn „Linke“ die „Rechten“ als minderwertiges Leben ansehen, dann ist das auch (ideologischer) Faschismus. Einfach mal drüber nachdenken.

 

 

 Zwischenfazit:

Anhand der oben gezeigten grafischen Konzepte, kann man wunderbar eine links-rechts-Erklärung aufzeigen, die ohne wenn und aber anwendbar ist. Interessant in diesem Zusammenhang, ist die Erkenntnis, dass es viele Menschen gibt, die gleichzeitig linke und rechte Ideen verfolgen. Als Beispiel:

– Die Reichen ärmer machen -> rechts (Anpassung des Lebens der Reichen nach unten)

– Die Armen reicher machen -> links (Anpassung des Lebens der Armen nach oben)

 

 

Nun zu Pegida&Co:

Bevor ich mit Pegida anfange, muß natürlich erstmal das Thema Islam auseinander genommen werden.

In dem oben gezeigten Verlaufskonzept, findet beim Vorhandensein einer Ungerechtigkeit, eine linke und rechte Ideologisierung statt, die am Ende nach mehreren Jahren in den Faschismus führt, sollte sich die Ungerechtigkeit nicht beheben lassen.

Solange also eine Ungerechtigkeit stattfindet, gibt es zu jeder Stufe auch Menschen die dazu gehören. Wenn man sich NUR die Religionen anschaut und die Verteilung dazu in den Stufen, so kann man folgende Aussagen treffen:

1. Es gibt religiöse Menschen die Ungerechtigkeit empfinden.

2. Es gibt links- und rechtsreligiöse Menschen.

3. Es gibt links- und rechtsextreme religiöse Menschen.

4. Es gibt faschistische religiöse Menschen.

Dabei ist es völlig egal um welche Religion es sich handelt. Das kann das Christentum sein, das Judentum, der Islam, der Hinduismus, der Buddhismus oder irgendeine andere von hunderten Religionen weltweit.

Bei Pegida geht es hauptsächlich um die religiös faschistischen Menschen. Das sind diejenigen, die Anhänger ihrer Religion für wertvolles Leben halten und Ungläubige für minderwertiges Leben, welches man auslöschen muß. Nach obigen grafischen Konzepten, ist dies ganz klar religiöser Faschismus.

Wenn sich also Menschen, z.B. mit islamischen Glauben, bis zur letzten Stufe hin radikalisiert haben, stellen sie eine Gefahr für jede Gesellschaft dar. Da es aber mehrere Stufen in diesem Prozess gibt, stellen die religiösen Menschen auf der 4. Stufe nur einen Teil der entsprechenden Religion dar. Hier also alle Islamanhänger als religiöse Fanatiker hinzustellen, ist völlig fehlerhaft. Auch wenn es gerade die Menschen aus der 4. Stufe sind, die am lautesten sind.

Auf der Seite der Pegidademonstranten, sieht man das gleiche Bild. Auch hier gibt es Anhänger des christlich/jüdischen Abendlands auf allen 4 Stufen. Die lautesten sind auch hier diejenigen auf der letzten Stufe. Hier wird die christliche/jüdische Religion als wertvoll betrachtet und der Islam, also die Ungläubigen, als unwertes Leben, welches man aufhalten und bekämpfen muß. Auch das ist religiöser Faschismus. Schaut man sich also nur die am lautesten schreienden Menschen an bei Pegida und dem Islam, dann geht es um nichts anderes, als das religiöse Faschisten gegen andere religiöse Faschisten kämpfen. Und gegenseitig werfen sie sich vor, dass sie religiöse Faschisten sind. Selbst merken sie es leider nicht.

In den jeweiligen Stufen davor, wird es dann bei Pegida aber schon ein weniger ruhiger, denn da überwiegt das linke und rechte Denken. Da hört man dann z.B. rechte Forderungen wie das Abschieben von Flüchtlingen, aber auch linke Forderungen, dass man den Flüchtlingen gefälligst mehr Sozialarbeiter zur Verfügung stellen soll. Auch werden hier gegen Altersarmut, Hartz4, die deutsche Politik, die EU-Politik, die US-Politik oder TTIP und CETA demonstriert. Also das gesamte Spektrum an Themen, über die sich viele Menschen in diesem Land Gedanken machen UND eine Ungerechtigkeit empfinden.

Will man das ganze lösen, so gibt es nur eine Möglichkeit: Entradikalisierung. Dies erreicht man nur dadurch, dass die ursächlichen Gründe für Ungerechtigkeit beseitigt werden. Und davon gibt es aktuell mehr denn je. Wenn man das schafft, was nur politisch geht, empfinden die Menschen keine Ungerechtigkeit mehr, und werden mit der Zeit immer gemäßigter und wandern quasi wieder rückwärts durch den Radikalisierungsprozess. Das dauert aber leider auch wieder mehrere Jahre.

 

Terroristen:

Ein Terrorist, der einen Anschlag verübt, sagt damit aus, dass es sich bei den Getöteten um unwertes Leben gehandelt hat. Der Terrorist ist der Schlußpunkt der Radikalisierung. Radikaler geht es nicht mehr. Ob das jetzt Terroranschläge sind von islamischen Faschisten oder von christlichen Faschisten (Breivik), spielt dabei keine Rolle. Faschist ist Faschist.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Selbstmordanschläge von buddhistischen Mönchen in Tibet, die sich selbst verbrannt haben?

 

Überwachung:

Aus der Sicht des Staates, misst er genau eine Sache: Immer mehr Menschen durchlaufen den Radikalisierungsprozess. Dementsprechend bleiben auf jeder Stufe auch immer mehr Menschen hängen, in absoluten Zahlen. Die Gefahr von linkem und rechtem Faschismus, und Terrorismus wächst. Was tut der Staat also? Er führt immer mehr Überwachung ein um dieses Problem präventiv einzudämmen.

Das genau das dazu führt, dass sich noch mehr Menschen in den Radikalisierungsprozess begeben ist unausweichlich. Und dann wird die Bevölkerung noch radikaler und man braucht noch mehr Überwachung. Was wiederum zu mehr…usw. usf.

Die Endstufe ist der Polizeistaat.

 

Übrigens: Die Ungerechtigkeiten innerhalb eines Landes drücken sich IMMER in Überwachung aus. Je gerechter die Welt, desto weniger die daraus resultierende Überwachung. Je ungerechter die Welt, desto größer die daraus resultierende Überwachung. Hier kann man sich dann mal andere Länder auf der Welt vornehmen und aus der Größe deren Überwachungsapparate wunderbar Rückschlüsse auf die Ungerechtigkeiten in den jeweiligen Ländern ziehen. Das passt 1:1!

 

 

Fazit:

Links und Rechts sind klar definierbar und man kann aus Ungerechtigkeiten heraus, einen Radikalisierungsprozess beschreiben. Die Auflösung eines Radikalisierungsprozesses, lässt sich nur dadurch erreichen, wenn man die zugrunde liegenden Ungerechtigkeiten beseitigt. z.B. die Schere zwischen arm und reich, Hartz4, Altersarmut, Politik die sich mal ums Volk kümmert und nicht ständig um die Wirtschaft und und und. Es gibt so viele Dinge die in den letzten 40 Jahren hier in Deutschland schiefgelaufen sind.

 

Noch einen zum Nachdenken:

Wenn eine Politik und eine Wirtschaft sich selbst für wertvoll halten, und die Gesellschaft für wertlos (Lohndumping, Sozialkürzungen etc.), und das ganze über ökonomische Attribute herleitet (Arbeitslose, Faule, Schmarotzer, Kosten/Nutzen-Rechnung bei Flüchtlingen etc), dann ist das ökonomischer Faschismus. Es wird zwar als Neoliberalismus bezeichnet, aber das Wort ist falsch. Es ist schlicht und einfach ökonomischer Faschismus.

In Bezug auf Griechenland kann man das die Tage schön sehen. Die Griechen sind arbeitslos, faul und schmarotzen, und deswegen haben sie es verdient, dass die Selbstmordrate angestiegen ist, das mehr Babies sterben und das sie in Armut leben müssen. Selbst schuld! Das ist das, was die Politik und die Wirtschaft derzeitig vertreten. Und das fast europaweit. Widerlich!

Will man also eine Änderung in den europäischen Gesellschaften, hin zu mehr Gerechtigkeit, so muß man den ökonomischen Faschismus bekämpfen. Aber wichtig: man muß dabei aufpassen, dass man nicht selbst zum Faschist wird, der Politiker und Reiche grundsätzlich als minderwertiges Leben ansieht.

 

Das wars…


One comment on “Was ist eigentlich links und rechts?

  1. Andre_G sagt:

    Ganz toller Artikel!!

    Nur in einem Punkt, der mir jetzt gerade auffällt, würde ich widersprechen:

    „Die Reichen ärmer machen -> rechts (Anpassung des Lebens der Reichen nach unten)

    – Die Armen reicher machen -> links (Anpassung des Lebens der Armen nach oben)“

    Hier, glaube ich, ist es genau umgekehrt.
    In den 30er Jahren ging es der deutschen Arbeiterschaft wohl so gut wie lange nicht. Extrem Reiche gab es sicher auch, doch die waren ja nicht selten Juden und damit automatisch Feinde. Auch ist die nationalsozialistische Idee m.E. eher eine für mehr Wohlstand für (deutsche) Arbeiter. Dass diese Bewegung auch von sehr eiunflussreichen Kreisen der Industrie und Banken am Ende stark gestützt wurde, ist wieder eine wirtschafts-politische, nicht so sehr eine ideologische Frage.
    Bei den Linken (Beispiel DDR) wurde zwar auch versucht, es der Bevökerung gut gehen zu lassen, doch höchste Prioroität hatte die Abwendung jeder auch noch so kleinen Art von Wohlstand. Die Zerschlagung des Mittelstandes (Verstaatlichung der Klein- und Mittelbetriebe) durch E. Honecker verusachte eine extreme Verkanppung an Zuliefer- Ersatzteil und sonstigen Artikeln. Die Versorgungslage war in den 80er Jahren schlimmer als ind en 60er Jahren. Das Gleiche betrifft die Enteignung von Mietwohnungseigentümern. Die Ideologie der Vermeidung von Profit und damit Wohlstand für wenige hatte einen höheren Stellenwert als die Mehrung des Wohlstandes für alle – auch wenn es krampfhaft und teilweise irrwitzig versucht wurde (niedrige Preise für Grundnahrungsmittel, was zur Verfütterung an Vieh verleitetete, hyperniedrige Mieten, die eine Minimalerhaltung der Substanz unmöglich machte).

    Ich sag nicht, dass ich Recht habe – aber ganz so eindeutig ist es zumindest nicht.

    Gefallen hat mir besonders die Bezeichnung des Neoliberalismus als ökonimischen Faschismus. Denn genau das vesuche ich seit Jahren allen so mitzuteilen. Vor allem an den USA sieht man immer deutlicgher viele Parallelen zum Faschismus in Deutschland. Mit TTIP wird er noch deutlicher hervortreten.

    Danke!
    Andre_G

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