Die Gesundheit des Staates

7. Februar 2015 | By darek | Filed in: Allgemein.

Wann ist ein Staat gesund? Kann er das überhaupt und kann er dementsprechend auch krank sein? Wenn ja, woran merkt man das eigentlich? Kann man die Gesundheit eines Staates sogar messen? Gibt es eine reale Gesundheit des Staates oder nur eine gefühlte Gesundheit?

Ich sage, dass man die Gesundheit eines Staates leicht definieren kann und auch sehr einfach den aktuellen Gesundheitszustand eines Staates ermitteln kann. Wie das geht, soll folgender Beitrag zeigen:

Um überhaupt mit irgendwelchen Analysen anfangen zu können, muss man sich erstmal genau anschauen, aus was ein Staat überhaupt besteht. Das ist recht einfach und man kann ihn unterteilen in drei Bereiche:

1. Gesellschaft

Die Gesellschaft ist das, was man allgemein als „Volk“ bezeichnet. Damit ist jeder Bürger gemeint.

2. Politik

Die Politik ist das, was man allgemein als Steuerungsorgan eines Staates ansieht.

3. Wirtschaft

Die Wirtschaft ist das, was den materiellen Wohlstand eines Staates bereitstellt.

 

Medien

Diese 3 Bereiche sind miteinander verknüpft und interagieren miteinander. Diese Interaktion nennt man Öffentlichkeit und wird durch Medien aus allen drei Bereichen vollzogen. Die Medien stellen also im Grunde genommen nichts anderes dar, als eine Verbindungsschicht zwischen diesen drei Bereichen. Was die Medien selbst medial verbreiten, ist nur eine Spiegelung dieser drei Bereiche des Staates. Quasi eine Staatsreflexion.

 

Gesundheit messen und definieren:

Um die Gesundheit eines Staates zu messen, reicht es aus, diese drei Bereiche miteinander und untereinander in Verbindung zu bringen und folgende simple Fragen zu stellen:

1. Vertritt die Politik die Interessen der Gesellschaft?

2. Vertritt die Politik die Interessen der Wirtschaft?

3. Vertritt die Wirtschaft die Interessen der Gesellschaft?

4. Vertritt die Wirtschaft die Interessen der Politik?

5. Vertritt die Gesellschaft die Interessen der Wirtschaft?

6. Vertritt die Gesellschaft die Interessen der Politik?

Jede Frage ist mit „ja“, „nein“ oder „teils/teils“ beantwortbar.

Die Antworten darauf ergeben dann eine Übersicht über den Zustand des Staates.

Man kann dementsprechend eine Umfrage starten und das Verhältnis von „ja“ zu „nein“ herausbekommen. Dabei zählt „ja“ als 100%, „teils/teils“ als 50% und „nein“ als 0%. Aus allen abgegebenen Antworten wird dementsprechend der Durchschnitt gebildet, und man hat eine Übersicht darüber, wessen Interessen am stärksten vertreten werden und wessen Interessen am wenigsten vertreten werden.

Zur Einordnung der Medien:

Die Mainstreammedien sind nichts anderes als die Reflexion genau dieser Interessenlage. Setzt sich die Politik mit ihren Interessen am meisten durch, sind die Mainstreammedien mit Politikinteressen gefüllt. Setzt sich die Wirtschaft mit ihren Interessen am meisten durch, sind die Mainstreammedien mit Wirtschaftsinteressen gefüllt. Setzt sich die Gesellschaft mit ihren Interessen am meisten durch, sind die Mainstreammedien mit Gesellschaftsinteressen gefüllt. Die Medien reflektieren also nur den aktuellen Zustand des Staates.

 

Wann ist ein Staat am gesündesten?

Genau dann, wenn die oben gestellten 6 Fragen alle mit „ja“ beantwortet werden können.

Kommt es bei einer oder mehrerer Fragen zu einem überwiegenden Anteil von „nein“-Stimmen, ist der Staat nicht mehr gesund, sondern krank. Und anhand der entsprechenden Verbindung kann man sogar sehen, an welcher Stelle er krank ist.

Diese Methode eröffnet dann sogar die Möglichkeit, Lösungen für die entsprechenden Probleme zu finden.

Ein Beispiel zur Lösungsfindung:

Die Politik vertritt die Interessen der Wirtschaft durch Lobbyismus. Auf der anderen Seite vertritt die Wirtschaft die Interessen der Politik durch bezahlte Politikervorträge und Postenangeboten NACH deren politischer Aktivität. Ich sage, dass das gut ist und ein Zeichen von Gesundheit in einem Staat ist. ABER: Dann soll das doch bitteschön für alle gelten. Die Wirtschaftslobbyisten bekommen einen Lobbyausweis. Aktuell gibt es offiziell ca. 2300 Stück davon. Wirtschaftslobbyisten haben durch diesen Ausweis freien Zutritt zu allen Abgeordneten im Bundestag. Warum also nicht auch Lobbyausweise in gleicher Größenordnung ausstellen für Gesellschaftslobbyisten? Also Lobbyausweise z.B. für Gewerkschaften, oder für „Die Tafel“, oder „Attac“, oder „Greenpeace“, oder „Occupy“, oder dem „paritätischen Wohlfahrtsverband“, oder Lobbyausweise für Sozialarbeiter und Streetworker? Wenn dies gegeben sein würde, würde der Lobbyismus der Wirtschaft UND der Gesellschaft dienen. Real ist das aber nicht der Fall. Daher krankt der Staat an dieser Stelle. Was die bezahlten Vorträge der Politiker angeht: Warum nicht auch bezahlte Vorträge der „Tafel“ in Unternehmen, z.B. über die IHK organisiert?

Alleine an diesen beiden Sachverhalten sieht man, dass die Interessen der Gesellschaft in Deutschland nicht wirklich vertreten sind in Politik und Wirtschaft. Und genau da kann man als Gesellschaft ansetzen.

Aber das waren jetzt nur zwei Beispiele.

Wichtig ist es, erstmal die richtigen Grundfragen zu stellen.

Wie lauten also eure Antworten auf die 6 Fragen? Ab mit den Antworten in die Kommentare.

1. Vertritt die Politik die Interessen der Gesellschaft?

2. Vertritt die Politik die Interessen der Wirtschaft?

3. Vertritt die Wirtschaft die Interessen der Gesellschaft?

4. Vertritt die Wirtschaft die Interessen der Politik?

5. Vertritt die Gesellschaft die Interessen der Wirtschaft?

6. Vertritt die Gesellschaft die Interessen der Politik?

 

Das wars…

 

 


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