Der 4. Zustand, zweiter Teil

26. August 2014 | By darek | Filed in: Allgemein.

Ich habe ja bereits erklärt, dass es 4 Grundzustände des Miteinanders gibt. Den Kommunismus, den Sozialismus, den Kapitalismus und einen 4. Zustand neben diesen drei anderen.

Link dazu: http://www.weltendenker.eu/?p=208

Heute möchte ich diese 4 Zustände mal auf die Realität anwenden und gleichzeitig mal mit ein paar Vorurteilen aufräumen.

 

Beispiel: Das Familienleben

Kommunismus:

Wenn in einer Familie alle Familienmitglieder am Haushalt mitarbeiten – einer kocht, einer putzt, einer macht Wäsche, einer bringt Geld nach Hause etc. – dann übernimmt jeder eine Aufgabe und beteiligt sich an der Familiengemeinschaft. Dieses Konzept ist ein kommunistisches Konzept. Bei so einer Arbeitsteilung kann man von einem Familienkommunismus reden. Die meisten Familien setzen auf dieses Konzept. Nochmal als Erinnerung: „Kommune“ -> Gemeinschaft.

Sozialismus:

Wenn einer innerhalb der Familie die ganzen Aufgaben wie kochen, putzen, waschen und Geld nach Hause bringen übernimmt, und die anderen nicht, dann ist das Sozialismus. Einer tut etwas für die anderen. Aber die anderen tun nichts für den einen. Heutzutage sind das meistens alleinerziehende Mütter und Väter. Sie haben ein sozialistisches Familienkonzept.

Kapitalismus:

Wenn sich jeder nur dann am Haushalt beteiligt, wenn er eine Gegenleistung dafür bekommt, dann ist das ein kapitalistisches Familienkonzept. Dies kann z.B. das Kind sein, welches Taschengeld bekommt für bestimmte erledigte Arbeiten, oder einer der Ehepartner der körperliche Gefälligkeiten gegen Haushaltsarbeit bekommt. Alles was in dieser Familie an Arbeit ausgeführt wird, wird verhandelt und der Preis wird ausgehandelt. Dieses Konzept kommt auch häufiger vor.

Zwischenfazit:

Die meisten Familien betreiben Mischformen aus Kommunismus, Sozialismus und Kapitalismus. Je nach Aufgabengebiet. Daher ist es auch Blödsinn, wenn man sich hinstellt und eine oder mehrere dieser Konzepte komplett ablehnt und als bekloppte Ideologien bezeichnet, wenn man sie selbst jeden Tag vollzieht.

Der größte Kommunismushasser hat zu Hause ein kommunistisches Familienkonzept und der größte Kapitalismushasser hat zu Hause ein kapitalistisches Familienkonzept. Die Debatten darüber sind so absurd und unreflektiert.

Der 4. Zustand:

Der 4. Zustand innerhalb einer Familie kommt dann zustande, wenn es einen Haushaltsroboter gibt. Dieser Haushaltsroboter kümmert sich ums Staubsaugen, um die Wäsche, ums Kochen und ums Putzen. Da keiner der Familienmitglieder irgendeine Aufgabe übernimmt, kann Kommunismus ausgeschlossen werden. Da nicht eine Person alles macht für die anderen, kann Sozialismus auch ausgeschlossen werden. Da man nicht mit dem Haushaltsroboter verhandeln muß und ihm Geld geben muß, kann man den Kapitalismus auch ausschließen. Es ist halt der 4. Zustand.

 

Konflikte in den 4. Zuständen:

Kommunismus: Jeder muß ständig daran erinnert werden, dass er seine Aufgaben erledigen soll, auch wenn er darauf keine Lust hat, weil er die Aufgabe blöd findet. Hier sind Konflikte vorprogrammiert zwischen den Familienmitgliedern. „Ne heute bist du dran!“, „Nein, ich hab das gestern schon gemacht!“, „Wie, du kannst heute nicht?!“ und und und. Diese Konflikte sieht man häufig in Wohnkommunen, die nichts anderes als Wohngemeinschaften sind. Also WG’s. Wenn du als Leser also ein WG-Teilnehmer bist, dann sollten dir die Konflikte sehr bekannt vorkommen.

Sozialismus: Der eine, der die ganze Arbeit macht, muß schon richtig Lust darauf haben, diese Arbeit zu machen. Dann klappt der Sozialismus auch. Wenn er aber nicht wirklich Lust darauf hat, kommt es zu Konflikten. „Wieso muß ich eigentlich immer alles machen?“, „Ihr seid so faul!“, „Immer bleibt alles an mir hängen!“ etc. Diese Konflikte sieht man häufig bei arbeitsüberforderten Elternteilen. Wenn einer mehr leisten muß, als er kann und/oder will. Alleinerziehende Eltern sind da am anfälligsten für solche Konflikte.

Kapitalismus: Wenn jeder ständig eine Gegenleistung bekommt für seine Arbeit, dann wird keine Arbeit mehr verrichtet wenn die Gegenleistung wegfällt. Kommt es also zu einem Zustand in dem keine Gegenleistung mehr erbracht werden kann, dann fangen die Konflikte an. Als Beispiel: Wenn das Kind fürs Wäsche machen bisher immer Geld bekommen hat, dann wird es massiv meckern wenn es auf einmal kein Geld mehr bekommt, und die Wäsche trotzdem machen soll. Daher gilt in der Erziehung auch der Satz: Verknüpfe etwas Notwendiges NIEMALS mit einer Belohnung.

Ein anderes Konfliktbeispiel wäre es, wenn das Kind immer eine Zeitschrift bekommt, wenn es mit zum einkaufen kommt. Sagt man ihm dann irgendwann, dass es nun keine Zeitschrift mehr bekommt wenn es mitkommt, dann ist ein heftiger Streit vorprogrammiert.

Vergleichbar ist das mit einem Arbeiter, der seine Arbeit weiterhin machen soll, aber nun kein Lohn mehr bekommt dafür. Der geht auch auf die Barrikaden.

4. Zustand: Da beim 4. Zustand keiner der Beteiligten mehr arbeitet, kommt es auch nicht zu Konflikten. Der einzige der sich beschweren könnte, wäre der Haushaltsroboter, dass er ja alles alleine machen muß. Er ist aber eine Maschine und macht einfach das was er soll. Das gleiche Konzept würde auch innerhalb von WG’s zu Frieden führen. Wenn ein Haushaltsroboter innerhalb einer WG für alle Arbeiten zuständig ist, dann fallen die Konflikte zwischen den WG-Teilnehmern weg. Es herrscht Frieden.

 

Fazit:

Im Kommunismus, Sozialismus und Kapitalismus gibt es viel Konfliktpotenzial, welches auch regelmäßig zu Konflikten führt. Im 4. Zustand dagegen fällt das Konfliktpotenzial aus den ersten drei Zuständen weg. Der 4. Zustand ist damit der friedlichste.

 

 

Beispiel: Fahrgemeinschaft

Kommunismus:

Jeder ist mal mit seinem Auto und dem Fahren dran. Das ist wieder das kommunistische gemeinschaftliche Konzept. Solange jeder Lust darauf hat, funktioniert das.

Sozialismus:

Einer ist immer mit dem Fahren und seinem eigenen Auto dran und nimmt die anderen mit. Das ist Sozialismus. Solange der eine Lust darauf hat, funktioniert das.

Kapitalismus:

Einer fährt und verlangt Geld dafür. Das ist Kapitalismus. Solange jeder Geld bezahlt, kann er mitfahren. Wenn nicht, dann ist er raus aus der Fahrgemeinschaft.

4. Zustand:

Ein autonomes Auto übernimmt das Fahren. Es ist also egal ob irgendwer Bock hat oder nicht. Keiner fährt selbst. Das autonome Auto macht auch nur seine Arbeit und fertig. Wer dann mitfährt, ist dem Auto ziemlich egal.

 

Konflikte:

Auch hier gibt es wieder in den ersten drei Zuständen eine Menge Konfliktpotenziale. Im 4. Zustand dagegen sind die transportierten Menschen konfliktfrei.

 

 

Beispiel: soziale Projekte

Es gibt zahlreiche soziale Projekte die sehr wichtig sind. Für jedes soziale Projekt ist es aber immer wichtig, dass so viele Menschen wie möglich mitmachen. Daher versucht jedes soziale Projekt so viele Helfer zu finden, wie es kann. Den meisten sozialen Projekten gelingt dies aber nicht.

„Suppenküchen“:

Das ist zwar ein mittlerweile veraltetes Wort, aber es geht hier um die Bereitstellung von Nahrung für Menschen die sich nicht/kaum ernähren können. Damit das klappt, braucht es viele Helfer. Sie müssen sich um die Nahrungsbeschaffung, um das Kochen und um das Verteilen kümmern. Je nachdem wie die Aufgabenteilung gehandhabt wird, handelt es sich um ein kommunistisches Konzept oder ein sozialistisches Konzept. Meistens wird auf ehrenamtlicher Basis gearbeitet und jeder macht das was er kann.

Als kapitalistisches Konzept würde es gelten, wenn die Mitarbeiter bezahlt werden würden für ihre Arbeit.

Im 4. Zustand könnte es so aussehen, dass der Nahrungstransport z.B. von autonomen Autos übernommen wird, das Kochen von einem Kochroboter und das Verteilen der Nahrung von einem Verteilroboter. Dann gibt es noch Roboter die die Gebäude instandhalten etc.

Also alle Aufgaben würden an Maschinen verteilt werden. Die Folge wäre, dass es egal ist, ob sich jemand nun bereit erklärt mitzuhelfen oder nicht. Das Konfliktpotenzial innerhalb der Helfergruppe würde wegfallen und auch das Konfliktpotenzial nach aussen würde wegfallen. Denn immerhin versuchen diese sozialen Projekte Helfer zu bekommen. Und das geht auch nicht immer konfliktfrei ab. Im 4. Zustand dagegen bräuchte man nicht mal mehr Helfer anwerben. Die Maschinen erledigen dann die soziale Arbeit ohne zu murren. Dies bedeutet im Endeffekt für die Betroffenen: Sie sind nicht mehr vom Wohlwollen anderer Menschen abhängig! (Wenn dann auch noch die Nahrung selbst von Maschinen erzeugt wird, ist es noch besser)

 

 

Beispiel: Arbeitswelt

In unserer globalen Wirtschaft gibt es massive Konflikte zwischen den Arbeitenden und den nicht Arbeitenden. Es wird fast jeden Tag ein Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus geführt. Die Arbeitenden werfen den Arbeitslosen „Schmarotzertum“ vor und die Arbeitslosen werfen den Arbeitenden „Besitzstandswahrerei“ vor. Dazu kommt dann noch der Kampf um die Arbeitsplätze selbst, die die arbeitslosen Menschen untereinander führen. Wenn dann auch noch ein ausländischer Mensch einem deutschen Arbeitslosen einen potenziellen Arbeitsplatz wegschnappt, dann werden die „Ausländer raus!“-Rufe größer. Arbeit und Nicht-Arbeit ist eines der größten Probleme in unserer Gesellschaft wenn es um Konflikte zwischen den Menschen geht.

Dabei wäre es so „einfach“:

Der 4. Zustand würde diese Konflikte aushebeln. Wenn z.B. Autos komplett von Maschinen produziert werden würden und kein Mensch dafür etwas tun müsste, dann gebe es auch den Arbeitsweltkampf nicht mehr. Jeder Mensch, egal ob er nun deutscher ist oder nicht, würde dann ein Auto abbekommen, ohne Gegenleistung. Die Konflikte würden wegfallen. In Bezug auf Autos könnte niemandem mehr dem anderen vorwerfen, dass er sich das Auto „schmarotzt“ hat und niemand könnte dem anderen mehr vorwerfen, dass er mit seinem Auto „Besitzstandswahrerei“ begeht. Da auch kein Kampf um Arbeitsplätze mehr geführt werden kann, ist es völlig irrelevant ob jemand deutsch ist oder nicht. „Ausländer raus!“-Rufe wären völlig absurd, da kein Grundkonflikt mehr besteht.

 

Beispiel: Welthunger

Wenn die komplette Nahrungsproduktion der Welt, komplett von Maschinen übernommen werden würde, dann würde auch endlich der Welthunger aufhören. Denn eine Maschine verteilt die erzeugte Nahrung dort, wo sie gebraucht wird. Sie macht keinen Unterschied zwischen den Menschen. Grundvorraussetzung dafür: Diese Maschinen sind im Besitz der gesamten Menschheit. Die Hungerkonflikte würden dann endlich mal wegfallen.

Wir haben schließlich nicht das Problem, dass wir zu wenig Nahrung haben, sondern das sie nur sehr ungerecht verteilt ist.

 

 

 

Fazit:

Wenn wir Frieden wollen innerhalb der Gesellschaft, dann müssen wir diesen 4. Zustand erreichen. Alle Arbeit die Konfliktpotenzial innerhalb der Gesellschaft erschafft, muß durch Maschinenarbeit ersetzt werden. Und damit das funktioniert, muß diese Technologie in Gesellschaftshand sein. Diese Technologie einigen Unternehmen zu überlassen wäre fatal. Denn das ist nur wieder Kapitalismus.

Das ist auch der Grundkonflikt bei der Technologiekritik. Du kannst noch soviel Technologie einsetzen, aber die Welt wird dadurch ingesamt nicht besser und friedlicher. Diese Kritiker haben recht! Grund: Jede Technologie ist immer in der Hand von wenigen Menschen (Patente, Copyrights etc.). Und diese paar Menschen ziehen ihren Vorteil gegenüber dem Rest der Bevölkerung daraus. Und das kann nicht zu Frieden führen.

Anders sieht es aus, wenn neue Technologie sofort in Gemeinschaftshand wandert und für alle Menschen da ist. Dann kann es auch Frieden geben.

 

 

Das wars…

 

Fußnote:

Ich habe immernoch keinen Namen für diesen 4. Zustand, daher hört sich das ein bischen „blöd“ an. Vorschläge mit Begründung bitte in die Kommentare!


2 comments on “Der 4. Zustand, zweiter Teil

  1. Daniel sagt:

    Hallo,

    Bin über Ihren Beitrag im „Heise Forum“ gestolpert
    Interessantes Thema über das ich bisher nicht viel nachgedacht habe.
    Eine Bezeichnung für den 4. Zustand wäre vil. „Humanismus“.

    Begründung: Humanismus nicht nur Theorie sondern Realität!
    Hinter Kommunismus, Sozialismus und Kapitalismus steckt immer eine politische Ideologie,
    die niemals auf ihre Ideologie verzichte würde, da dies Machtverlust bedeutet.
    Im 4. Zustand aber ist dies überwunden,
    der Krieg, die Macht, der Welthunger alles kein Thema mehr
    und die Menschheit lebt den echten „Humanismus“.
    Sprache und Wörter ändern sich im laufe der Zeit, passen oder gliedern sich neu ein.

    • darek sagt:

      Hallo Daniel,

      danke für die Antwort.
      Der Begriff „Humanismus“ wäre glaube ich eher der Weg in den 4. Zustand. Also aus humanistischen Gründen würde man in den 4. Zustand gehen. Aus diesem 4. Zustand heraus wiederum, würde dann „weiterer“ Humanismus entstehen, automatisch.

      „Hinter Kommunismus, Sozialismus und Kapitalismus steckt immer eine politische Ideologie,
      die niemals auf ihre Ideologie verzichte würde, da dies Machtverlust bedeutet.“

      Da hast du (leider) recht. Diese Begriffe wurden zu einer politischen Ideologie umgeformt und es wird mit ihnen „gearbeitet“. Interessant wäre es zu beobachten, wenn dort noch eine 4. Ideologie dazukommt. Aktuell könnte keiner sagen, dass man das schon ausprobiert hat und das es nicht funktioniert hat.

      darek

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