Warum ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht funktioniert…

13. Juli 2014 | By darek | Filed in: Allgemein.

In den letzten Jahren ist immer häufiger von einem bedingungslosen Grundeinkommen die Rede. In der Praxis ist das so gemeint, dass jeder Bürger in Deutschland jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag bekommt, für den er keine Bedingungen erfüllen muß. Es ist also egal ob er arm oder reich ist, oder ob er eine Arbeit hat oder nicht.

Die Idee solch eines Grundeinkommens ist erstmal nicht schlecht. Es ist eine soziale Idee für alle. Es soll Armut bekämpfen und soll die Menschen entlasten. Sie bräuchten, je nach Höhe dieses Einkommens, nur noch halbtags arbeiten gehen. Und wem das Grundeinkommen ausreicht, der braucht gar nicht mehr arbeiten gehen. Die Finanzierung, für so ein Grundeinkommen, kann über mehrere Wege geleistet werden. Es ist rein prinzipiell in Deutschland machbar. Aber, es wird nicht funktionieren. Warum, dass beschreibt der Beitrag…

 

 

Und los gehts…

Um sich dem Thema zu nähern, definiere ich jetzt mal ein BGE von 500 Euro monatlich. Das liegt in der Mitte der Werte die so vorgeschlagen werden.

Jeder Mensch in Deutschland hätte also 500Euro mehr zur Verfügung. Jeden Monat. Die Frage ist dann: Was passiert dann?

Erstens natürlich: Die Menschen kaufen mehr ein. Sie konsumieren also mehr. Sie könnten sich dadurch mehr materiellen Wohlstand leisten und ihnen würde es besser gehen. Jedenfalls denen, denen der Konsum vorher nicht möglich war, aufgrund von Geldmangel.

Zweitens: Die Geschäfte und Unternehmen verdienen mehr, da nun mehr Waren gekauft werden als vorher. Die Auftragsbücher werden voller und es werden Arbeitskräfte benötigt. Die Arbeitslosigkeit sinkt und immer mehr Menschen haben wieder Arbeit. Meinetwegen auch nur halbtags. (Da die Menschen ja nur noch einen halben Job brauchen).

Drittens: durch den erhöhten Konsum, haben die Unternehmen mehr Umsatz und Gewinn. Dadurch fallen mehr Umsatzsteuern an und mehr Unternehmenssteuern. Die Einnahmen des Staates erhöhen sich deutlich. Was wieder das BGE „günstiger“ macht für den Staat.

Bis hierher schaut alles gut aus. Die Menschen haben mehr materiellen Wohlstand, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft wächst, die Steuereinnahmen sprudeln. Alles super.

Dabei hat man aber etwas ganz übersehen. Die menschliche Gier.

Die Preise von Waren richten sich normalerweise nach Angebot und Nachfrage. So jedenfalls die offizielle Lehrmeinung. In der Realität ist dies nicht so.

Ich, als Unternehmer, möchte Geld verdienen. Und zwar soviel wie möglich. Ich werden meine Waren also immer zu einem Preis anbieten, bei dem die Kunden bereit sind, ihn zu zahlen.

Wenn ich also weiß, dass alle meine Kunden jeden Monat 500 Euro mehr Geld zur Verfügung haben, dann versuche ich, irgendwie an dieses Geld ranzukommen. Als Unternehmer geht das am besten, wenn ich einfach meine Preise erhöhe. Wenn ich der einzige Unternehmer in der Stadt wäre, dann würde ich die Preise so gestalten, dass meine Produkte insgesamt auf alle Produkttypen, genau 500 Euro mehr kosten für die Kunden. Würde also ein Kunde im Normalfall jeden Monat 1000 Euro in meinem Laden lassen, dann würde ich die Preise um 50% raufsetzen, so das er nun 1500 Euro in meinem Laden hinterlässt, jeden Monat.

Ich als Unternehmer hätte meinen Umsatz/Gewinn um 50% gesteigert und die Menschen die einkaufen, müssten trotzdem wieder ihr ganzes Geld ausgeben.

Wenn also Konsumenten mehr Geld zur Verfügung haben, steigen die Preise. Das nennt man Inflation. Diese Inflation führt dazu, dass das zusätzliche Geld, also das BGE quasi weginflationiert wird. Es wird entwertet. Nach einigen Wochen und Monaten, ist dieses BGE zwar immer noch 500 Euro groß, aber man kann sich damit genau so viele Waren leisten wie VOR dem BGE. Das BGE verpufft damit. Durch kapitalistische Regeln.

 

Dieses Entwertungsprinzip sieht man bereits heute schon an vielen Stellen. Z.B. beim Tourismus. Je mehr reiche Touristen in eine Stadt/Dorf/Gemeinde kommen, desto höher werden die Preise. Die Einheimischen, die auch diese Preise zahlen müssen, haben das Problem, das ihr Einkommen entwertet wird. Es ist genau so viel Geld wie vorher, aber das Leben ist deutlich teurer geworden.

Ein weiteres Beispiel wäre ein Pizzadienst, der in einem Millionärsviertel arbeitet. Der Inhaber vom Pizzadienst kann seine Pizza ohne weiteres das Stück für 100Euro verkaufen und die Millionäre werden es bezahlen. Es tut ihnen auch nicht weh.

Ein weiteres Beispiel sind Immobilien. Der Wert eines Hauses ist so hoch, wie jemand bereit ist dafür zu zahlen. Ich werden den Preis also so hoch setzen, dass wenigstens noch ein Millionär dieses Haus kaufen würde. Dies macht er dann auch. Das erste was durch diesen hohen Verkaufspreis passiert, ist eine Erhöhung der Mieten um dieses Haus herum. Die anderen Vermieter wissen ja, dass sich auch Millionäre für ihre Gegend interessieren. Also Geld ist da, also muß man es nur noch abschöpfen. Und bei Mietwohnungen geht das über die Mieterhöhung. Da wo in Wohnraum investiert wird, steigen die Preise und die Mieten.

 

Fazit:

Der kausale Zusammenhang in der kapitalistischen Welt:

Wo Menschen mit Geld hingehen, steigen die Preise.

Wenn also ein BGE eingeführt wird, werden die Warenpreise deutlich ansteigen und das BGE wird durch Inflation entwertet werden. Und zwar bis zu dem Punkt, an dem das zur Verfügung stehende Geld der Menschen genauso viel wert ist, wie vor dem BGE. Und deswegen funktioniert ein BGE nur kurzzeitig und ist dann zum Scheitern verurteilt.

 

Das wars…

 

 


2 comments on “Warum ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht funktioniert…

  1. Mueller sagt:

    Selbst wenn du mit allem Recht hast, wird sich zumindest das Verhältnis ändern:
    Person A verdient 1000 Euro
    Person B verdient 2000 Euro und hat damit doppelt so viel

    Nun bekommt jeder 500 BGE dazu:
    Person A hat nun 1500 Euro
    Person B hat nun 2500 Euro und damit nur noch 1, 66 mal so viel

    Falls die Preise proportional zur Gesamtsumme steigen ist Person A also reicher geworden während Person B ärmer geworden ist.
    Allerdings könnte es auch anders ablaufen und die Arbeitgeber senken das Gehalt. Dann könnte das gleiche wie zuvor rauskommen (1000 zu 2000). Jemand der vorher gar nichts hatte hat aber nun zumindest das BGE.

    • darek sagt:

      Hallo,

      relativ gesehen, würde sich die Kluft zwischen arm und reich, bei Einführung des BGE’s erstmal vermindern. Da hast du recht.

      > Allerdings könnte es auch anders ablaufen und die Arbeitgeber senken das Gehalt.

      Da hast du mich gerade auf eine wichtige Frage gebracht: Würde das BGE eigentlich mit der Rente verrechnet werden? Also würde der Staat die Renten um den Wert des BGE’s kürzen?
      Wenn ja, dann hätte die Rentner gar nichts davon. Ausser die Rentner, die unter dem Wert des BGE’s liegen.

      Danke für den Kommentar und die Inspiration.

      darek

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