40 Probleme der heutigen Landwirtschaft

10. Juli 2014 | By darek | Filed in: Allgemein.

Heute möchte ich mal aufzeigen, welche Probleme wir mit unserer heutigen Landwirtschaft haben. Dabei geht es um Umweltprobleme, Finanzprobleme und globale Probleme. Das Thema selbst ist sehr komplex und vielschichtig, aber auch wieder sehr interessant. Es gibt viele Probleme auf die man gar nicht kommt, und über die man eher durch Zufall stolpert und sich sagt: „Achja…stimmt!“. Das Thema Landwirtschaft ist dabei eigentlich ein Überbegriff für alles, was man auf einem Stück Land be- bzw. erwirtschaften kann. Das kann Tierzucht sein, aber auch Pflanzenzucht (Ackerbau). Hier beziehe ich mich nur auf das Thema Ackerbau.

 

Und los gehts…

Thema 1: Dünger

Auf natürlichem, ungedüngten Boden sind bereits Nährstoffe für Pflanzen vorhanden. Die Primärnährstoffe sind dabei Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Diese drei Hauptbestandteile werden meistens als N-P-K-Verhältnis angegeben. Jeder dieser drei Stoffe liegt meistens aber nicht in seiner Reinform vor, sondern in Stoffverbindungen. Neben diesen drei Primärstoffen gibt es noch Sekundärstoffe wie Magnesium, Schwefel, Eisen, Kupfer und Spurenelemente. Jede Pflanze benötigt eine unterschiedliche Zusammensetzung der Stoffe im Boden. Wichtig dabei ist, das viele Pflanzen bestimmte Mindestkonzentrationen von bestimmten Stoffen benötigen, aber auf der anderen Seite nur eine Maximalkonzentration von bestimmten Stoffen vertragen. Alles was zwischen der Minimalkonzentration und der Maximalkonzentration liegt, ist gut für die Pflanze; alles was ausserhalb dieser Werte liegt, ist schädlich für die Pflanze. Daher wächst auch nicht jede Pflanze überall.

Diese Stoffverbindungen selbst, entstehen meist durch den Abbau von organischem Material durch Mikroben in der Erde. Heißt nichts anderes, als das tote Pflanzen stofflich auseinander genommen werden und die Stoffe in der Erde verteilt werden. Das nennt man verrotten. Schön zu beobachten ist das auf dem Komposthaufen.

Dadurch entsteht ein natürlicher Kreislauf der Pflanzen. Pflanzen wachsen durch Aufnahme der Stoffe aus dem Boden, dann sterben sie und geben wieder ihre Stoffe an den Boden ab. Und helfen tun dabei die Mikroben in der Erde. Zusätzlich zum verrotten tragen auch Tiere zur Nährstoffanreicherung des Bodens bei, indem sie ihre Fäkalien auf dem Boden hinterlassen. Die Fäkalien selbst, enthalten dann hohe Konzentrationen von bestimmten Primärstoffen. Der Boden wird durch Fäkalien nährstofftechnisch aufgewertet. Es darf halt nur nicht zuviel sein.

Das Prinzip mit den Fäkalien haben die Menschen schon vor sehr langer Zeit begriffen und verteilen Gülle auf ihren Feldern. Gülle ist eine Mischung aus Urin und Fäkalien die sehr hohe Stickstoffkonzentrationen hat. Auch Methan ist in hoher Konzentration vorhanden. Methan ist übrigens das, was so stinkt.

Der Vorteil von Gülle ist recht einfach. Unter natürlichen Umständen braucht es sehr lange bis die Mikroben alte Pflanzenreste abgebaut haben und dem Boden wieder zur Verfügung stellen. Durch Gülle überbrückt man diesen natürlichen Prozess und sorgt sehr schnell dafür, dass der Boden wieder die richtigen Nährstoffe hat. Man braucht nicht aufs verrotten warten und kann öfter anbauen. Dazu kommt, dass nach einer Ernte auch keine Pflanzenreste auf dem Feld zurückbleiben die verrotten könnten. Ohne Dünger und mit vollständiger Aberntung der Biomasse , ist der Boden sehr schnell ausgelaugt und nährstoffarm. Und dann wächst nichts mehr drauf. Heißt also: ohne Gülle oder andere Dünger könnten wir heutzutage gar nicht mehr die Masse an Nahrungsmitteln ernten, die wir bräuchten. Dünger ist notwendig.

Aber Dünger macht auch Probleme:

Problem 1: Grundwasserverschmutzung

Dünger liegt meistens „lose“ im und auf dem Boden und ist selten mit dem Erdreich „verbunden“. Daher kann Dünger sehr leicht durch das Erdreich ins Grundwasser sickern. Das Grundwasser wird dabei mit den NPK-Konzentrationen angereichert. Es wird schmutziger. Wasserwerke, die ihr Wasser aus Quell- bzw. Grundwasser beziehen, müssen heutzutage immer mehr Aufwand betreiben um diese NPK-Rückstände aus dem Wasser herauszufiltern, bevor sie ihr Trinkwasser an die Haushalte abgeben. Der Prozess der Wasservorreinigung aus Quellwasser verteuert sich immer mehr.

Diese Vorreinigung kann nicht erbracht werden in Privatgärten, die sich aus einer Quelle oder einem Brunnen bedienen, um z.B. ihre Pflanzen oder Gärten zu bewässern. An einigen Orten ist das Gießwasser mit rötlich/braunen Flocken versehen oder „brackig“. Das ist meistens NPK, Eisen oder Kupfer. Man könnte jetzt natürlich sagen, dass es doch gut ist, dass das Gießwasser gleich Dünger mit drin hat, dann braucht man sich nichts extra kaufen. Problem ist nur, das jede Pflanze andere Nährstoffkombinationen benötigt und einige Pflanzen durch so ein Gießwasser absterben.

Problem 2: Algenwachstum

Da der Dünger meistens lose im Boden liegt, kommt es zu einem weiteren Problem. Sobald es regnet, wird der Dünger aus dem Boden ausgewaschen. Er landet dann in den angeschlossenen Bewässerungsgräben oder angrenzenden Flüssen. Im Fluß selbst wird durch das Einbringen des Düngers die Ökologie gestört. Gerade Algen mögen NPK-Kombinationen sehr gerne. Das Wachstum von Algen wird angeregt und verdrängt andere Pflanzenarten. Wenn es sogar giftige Algen sind, sterben auch Fische und sonstiges Getier im Fluss. Das Problem mit den Algen kennt man aus Gewässern, in die man gerne mal „hineinpinkelt“. Der Urin ist dabei wie Gülle mit einer NPK-Kombination und regt das Algenwachstum an. Richtig problematisch wird es dann, wenn diese NPK-Kombinationen in Badeseen und Meere gelangen. Es bilden sich Algen in Badeseen und Algen an den Stränden zum Meer. Dies wiederum finden die Besucher der Gewässer doof, weil sie entweder nicht baden können oder ständig irgendwelche Algen im Gesicht haben. Dazu kommt, das eine Algenplage für Gemeinden die auf Badetourismus setzen, ihre Touristen verlieren und damit Einnahmen. Wer will schliesslich an Strände fahren, an denen es nur Algen gibt.

Problem 3: Meere werden saurer.

Der ausgewaschene Dünger, der in die Meere fließt, führt zu einem weiteren Problem. Die Weltmeere werden immer saurer. Als Beispiel sei Phosphor aus der NPK-Kombination genannt, welches häufig als Phosphorsäure vorliegt. Unter natürlichen Umständen würden die Fische durch ihre Absonderung NPK ans Wasser abgeben, aus welchem sich die Pflanzen im Meer dann bedienen. Durch den Extraeintrag von Dünger findet eine Überdüngung der Meere statt. Vielen Wasserpflanzen werden die NPK-Kombinationen zu viel und sie sterben ab, andere Wasserpflanzen finden es dagegen gut. Es findet eine Biomassenumwälzung statt in den Meeren. Nur die Pflanzen und Tiere die mit den NPK-Kombinationen klar kommen, überleben. Das Ergebnis ist die Verringerung der Artenvielfalt im Meer. Gerade Aquarienbesitzer kennen dieses Phänomen wenn zuviel „Dünger“ im Wasser ist und das Wasser „kippt“.

 

Problem 4: NPK in Ernteprodukten.

Teilweise kommt es vor, das die NPK-Kombination, bzw. die komplette Nährstoffkombination nicht gut geeignet ist für die Pflanze. Es reichern sich bestimmte chemische Stoffe in den Erntefrüchten an, die nicht unbedingt gut sind für die Gesundheit. Dies ist aber eher seltener der Fall. Es gab im Laufe der letzten Jahrzehnte aber z.B. Schwermetallverunreinigungen bei bestimmten Obstsorten oder zu hohe Nitratbelastungen in Gemüsesorten.

 

Thema 2: Pestizide/Herbizide/Insektizide

Ein Acker ist für jede Pflanze verfügbar, die sich auf dem Boden wohlfühlt. Dementsprechend wachsen nach einer Aussaat nicht nur die Nutzpflanzen sondern auch die „Unnutz“-Pflanzen. Meistens als Unkraut bezeichnet. Nutzpflanzen und Unnutzpflanzen tragen auf dem Acker einen Wettbewerb um die Nährstoffe im Boden aus und einen Kampf um einen guten Platz an der Sonne. Würde man nicht eingreifen, arrangieren sich die Pflanzen schon irgendwie auf dem Feld. Das Problem dabei ist, dass nicht unbedingt immer die Nutzpflanzen den Sieg davon tragen. Aus diesem Grund setzt man Herbizide zur Unkrautvernichtung ein. Das ist nichts anderes als die Herstellung eines Wettbewerbsvorteils für die Nutzpflanzen. Die Nutzpflanzen „gewinnen“ dadurch immer und können die Nährstoffe im Boden für sich alleine beanspruchen. Das erzeugt eine hohe Ertragssicherheit.

Auf der anderen Seite gibt es viele Schädlinge, die die Nutzpflanzen recht schmackhaft finden und sie fressen und nutzen. Zum Leidwesen der Landwirte und des Ertrags. Aus diesem Grund werden Insektizide eingesetzt um Schädlinge zu bekämpfen. Die Nutzpflanzen werden nicht geschädigt und haben dadurch eine hohe Ertragssicherheit.

Das Wort Pestizide ist übrigens die begriffliche Zusammenfassung aller „Zide“.

Aber auch hier gibt es Probleme:

Problem 5: Übernahme der „Zide“ in den Pflanzenstoffwechsel.

Da die Pflanzen den Herbiziden und Insektiziden ausgesetzt sind, kommt es vor, dass sich die chemischen Stoffe dieser Mittel in den Pflanzenstoffwechsel einarbeiten. Heißt: Ein Teil der Chemie dieser Stoffe, ist in den Pflanzen und deren Früchten zu finden. Aus diesem Grund gibt es für Ernteprodukte gesetzliche Bestimmungen, die definieren, in welcher Menge ein chemischer Stoff maximal vorkommen darf in einem Ernteprodukt. Werden diese Grenzwerte überschritten, wird das Produkt aus dem Verkehr gezogen. Das funktioniert leider nicht immer.

Die Grenzwerte selbst sind recht willkürlich. Es sind meistens Schätzungen, bei denen man hofft, dass sie die Gesundheit nicht beeinträchtigen. Ob das wirklich der Fall ist, wird meistens gar nicht untersucht. Hinzu kommt, dass es auch Unternehmen gibt, die versuchen die Grenzwerte nach oben zu regeln. Dies meistens über Lobbyismus. Aber das ist genug Stoff für ein extra Thema, welches ich hier nicht behandeln werde.

Problem 6: Pseudo-Bio

Auf alle Fälle ist zu sagen, das in den meisten Ernteprodukten Rückstände von Herbiziden und Insektiziden zu finden sind! Aus diesem Grund hat sich auch eine Bio-Branche entwickelt, die versucht die Chemie einzudämmen. Die Idee dahinter ist super. Wenn man sich aber mal anschaut, wie „bio“ umgesetzt wird, wird es haarsträubend.

Positiv ist, dass statt Insektiziden, natürliche Fressfeinde der Schädlinge benutzt werden. Zu jeder Nutzpflanze kennt man die dazugehörigen Schädlinge. Dementsprechend nimmt man einfach die Feinde dieser Schädlinge und setzt sie auf dem Feld aus. Sie tun ihre Arbeit und vernichten die Schädlinge. Es kann damit auf Insektizide verzichtet werden und es wandert weniger Chemie in den Pflanzenstoffwechsel. Das Ergebnis ist ein geringerer Chemieanteil im Endprodukt der deutlich unter der vorgeschriebenen Grenzwerten liegt. Das ist gut. Neben lebenden Fressfeinden werden auch Pflanzen zwischen die Nutzpflanzen gesetzt die Stoffe absondern, die die Schädlinge fernhalten.

Gegen Unkraut wird das gleiche Verfahren eingesetzt. Es gibt bestimmte Pflanzen die sich überhaupt nicht vertragen miteinander und es gibt Insekten die sich auf bestimmte Pflanzen (Unkräuter) spezialisiert haben. Beides führt zu einer biologischen Unkrautvernichtung ohne Chemie.

Der Acker kommt in beiden Fällen, mal vom Dünger abgesehen, komplett ohne Chemie aus. Das hat den Begriff „BIO“ auch verdient.

Auf der anderen Seite gibt es aber leider auch ein anderes „bio“. Und das funktioniert so:

Es gibt für den Begriff „Bio“ bestimmte Grenzwerte für bestimmte chemische Stoffe in den Endprodukten. BIO kann ich also auch erreichen wenn ich Chemie auf dem Feld einsetze, aber nicht über diese Grenzwerte rüberkomme. Ich kann auch chemische Verbindungen auf dem Feld benutzen, für die gar keine Grenzwerte festgelegt sind. Dadurch sind die Endprodukte chemisch zwar hoch belastet, aber ich überschreite keinen Grenzwert und kann es „BIO“ nennen. Dann gibt es auch noch Möglichkeiten die Regeln für den Bioanbau ein bischen zu „biegen“. So ist es z.B. möglich, die Chemie nicht direkt auf dem Feld auszutragen, sondern sie durch einen natürlichen Prozess austragen zu lassen. Z.B. kann ich auf einem Nicht-Bio-Nachbarfeld Chemie einsetzen und der Wind erledigt dann die Übertragung der Chemie auf das Bio-Feld. In diesem Fall hätte ich nicht aktiv Chemie eingesetzt auf dem BIO-Feld und erfülle damit die Bio-Anbau-Auflagen. Was kann ich schließlich für die angrenzenden Felder und den Wind.

Da gibt es aus Profitsucht eine ganze Menge „kreative“ Lösungen, die den Begriff „BIO“ völlig aushöhlen und ein „Pseudo-Bio“ erzeugen.

Problem 7: Unkrautresilienz/Schädlingsresilienz

Wenn man sehr oft Herbizide und Insektizide einsetzt, kommt es irgendwann dazu, dass ein Unkraut oder ein Schädling eine Resilienz entwickelt gegen die eingesetzte Chemie. Resilienz bedeutet in etwa Widerstandskraft. In diesem Fall können wir auch von einer Immunität von Unkraut und Schädlingen sprechen. Das chemische Gift macht ihnen nichts mehr bzw. weniger aus. Das ist ein natürlicher evolutionärer Prozess, der in der Natur ein Standard ist. Die Folge davon ist, dass man immer neue „Zide“ erfinden muß, weil die alten „Zide“ wirkungslos geworden sind oder man muß immer mehr Chemie einsetzen, damit überhaupt noch eine Wirkung erzielt werden kann. Die chemische Belastung der Nutzpflanzen steigt und damit auch die chemischen Werte in den Ernteprodukten. Damit die Nutzpflanzen bei neuen bzw. stärkeren chemischen Einsätzen nicht geschädigt werden, wurde die Gentechnik ausgebaut. Das Thema kommt nachher noch ausführlicher.

Problem 8: Pestizide in der Umwelt.

Die eingesetzte Chemie auf dem Feld, bleibt nicht dort. Jedes Insekt, auch Nutzinsekt, trägt diese chemischen Stoffe von einem Feld zum anderen. Das kann z.B. eine Biene sein, die ja kein Schädling ist, die die Zide in den Rest der Natur trägt. Auf andere Felder und auf Wiesen und in Wälder. Herbizide und Insektizide breiten sich durch natürliche Vorgänge in der Umwelt aus.

Dazu kommt das Problem, dass z.b. die Bienen diese Zide mit in ihren Stoffwechsel aufnehmen und gesundheitlich gefährdet sind. Die Insektizide haben auch eine große Mitschuld am Bienensterben. Auch auf die Honigproduktion der Bienen sollte man ein Auge habe, denn dort werden diese Zide mit eingearbeitet. Ich weiß nicht, ob das schon jemand getestet hat, aber ich würde mal den Pestizidanteil in „Natur“-Honig prüfen.

Aber auch andere Tiere nehmen die Pestizide in ihren Stoffwechsel auf. Z.B. Rehe die sich am Mais bedienen oder Hasen die sich an Salaten bedienen. Alle nehmen die Pestizide über die Nahrung auf. Und was sie dort bewirken, weiß man nicht so recht. Auf alle Fälle ist es ein ordentliches Risiko für die umgebende Umwelt.

Auf alle Fälle findet man Pestizide heutzutage in Lebensmitteln, in denen man sie überhaupt nicht erwarten würde.

Auch die Vogelwelt hat mit Insektiziden zu kämpfen. Wenn die Insekten vernichtet werden, haben die Vögel kein Futter mehr für ihre Jungen. Dementsprechend gehen die Vogelpopulationen in den Gebieten zurück, in denen viele Pestizide eingesetzt werden.

 

Problem 9: Pestizide und das Grundwasser

Wie Dünger, gelangen auch Pestizide ins Grundwasser und damit in unseren Trinkwasserkreislauf. Es gibt sogar Studien die nahelegen, dass Menschen die in der Nähe von Feldern leben, ein höheres Risiko bei Schwangerschaften für Kinder mit Autismus und neuronalen Fehlentwicklungen haben.

Problem 10: Pestizide und die Meere

Genau wie der Dünger, werden auch Pestizide über Flüsse ins Meer gespült. Dort nehmen sie Meereslebewesen auf und gelangen dann irgendwann auf unseren Teller.

Problem 11: Monokulturen

Für den heutigen Ackerbau wird sehr oft das Konzept der Monokultur benutzt. Man könnte auch von Massenpflanzenhaltung sprechen. Ein großes Problem von Monokulturen, ist eine geringere Widerstandkraft gegen Schädlinge und Krankheiten. Wenn es eine Pflanze erwischt, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch die anderen erwischt. In Nicht-Monokulturen gibt es zwischen den betroffenen Pflanzen noch andere Pflanzen, die die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen verringern können.

Das Konzept der Monokultur erfordert IMMER einen größeren Schutzaufwand. Also führt zu einem erhöhten Pestizideinsatz. Auch präventiv. Würde man die Monokulturen abschaffen und Multikulturen daraus machen, so braucht man deutlich weniger Pestizide. Der Verwaltungs- und Ernteaufwand wäre aber deutlich höher.

Bei der Massentierhaltung bzw. den Monokulturen in der Tierzucht, ist es genau das gleiche Problem. Aber das ist hier erstmal nicht das Thema.

 

Thema 3: Wildfraß und Tierwelt

Nicht nur wir Menschen wollen uns an den Früchten des Feldes bereichern, sondern auch alle anderen Lebewesen die etwas mit dem Feldangebot anfangen können. Dadurch entstehen viele Ernteschäden aber auch andere Folgeprobleme.

Problem 12: Ernteschäden

Jeder Hobbygärtner kennt das Problem. Ständig sind die Pflanzen angefressen, Früchte abgeknabbert und Früchte mit Maden bzw. Löchern durchsetzt. Die Ertragseinbußen sind teilweise enorm, wenn man den Garten an der falschen Stelle hat. Mein Garten hat z.B. ein Nacktschneckenproblem, welches bei meinen Radieschen ca. 50% der Ernte unbrauchbar gemacht hat. Auch ich habe mich gezwungenermaßen dem Thema 2 (Pestizide) widmen müssen (siehe oben).

Im großen Maßstab, auf den Ackerbau geschaut, gibt es auch dort große Schäden durch andere Tiere. Seien es nun Raupen, Heuschrecken, Schnecken, Insekten, Rehe, Wildschweine, Vögel oder Hasen. Die Ernteschäden sind teilweise enorm. Das zwingt einen dann auch zum Einsatz von Insektiziden mit dessen Folgen.

Die Tiere fressen auch nicht nur die Pflanzen, sondern teilweise bereits das Saatgut. Wenn man da z.B. an Mäuse denkt.

Problem 13: unnatürliche Vermehrung von Tieren

Durch das Freiliegen der Felder, können sich die eben genannten Tiere frei bedienen. Sie sind dadurch gut genährt und erzeugen viel Nachwuchs. Es ist ja immer was zu essen da. Dadurch kippt das Gleichgewicht der Arten innerhalb der umliegenden Natur. Die Jäger bekommen immer mehr zu tun und die Tiere sind immer näher an den Ortschaften zu finden. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die Nähe der Tiere zu den Gemeinden auch noch andere Gründe hat. Z.B. das immer weitere Vordringen des Menschen in die Natur.

Dadurch, dass sich diese Tiere verstärkt vermehren, benötigen sie auch mehr Nahrung, die sie sich von den Feldern holen, was wiederum zu mehr Nachwuchs führt und das Gleichgewicht noch mehr zerstört. Ein Teufelskreis.

Unter natürlichen Umständen würde die Natur nicht so viel Nahrung hergeben und die Populationen würden sich im Gleichgewicht befinden.

Problem 14: unnatürliche Nahrung für Tiere

Es gibt Tiere die sich mittlerweile auf Feldfrüchte spezialisiert haben. Die angebaute Nahrung ist teilweise sehr energiereich und die Tiere fressen nichts anderes mehr. Dabei kommt es teilweise zu einer einseitigen Ernährung von Tieren. Dies hat gesundheitliche Konsequenzen. Die Tiere hungern zwar nicht, werden aber krankheitsanfälliger durch einseitige Ernährung. Das ist auch ein Risiko für das Gleichgewicht der Umwelt. Tiere selbst spüren meistens, dass ihnen Nahrung fehlt. Und so fangen sie teilweise an, Sachen zu essen, die sie normalerweise gar nicht essen würden. Nur um ihren Mangel auszugleichen. Es erfolgt eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten bei Tieren.

 

Problem 15: getötete Tiere bei Ernte

Bei der Ernte per Mähdrescher und dergleichen, werden einige Tiere getötet. Das sind meistens Hasen, Insekten, Vögel oder Mäuse. Auch Vogelnester werden zerstört. Auch kommen während der Ernte ohne Mähdrescher Tiere in den Ernteprozess. Das können z.B. Maden oder Würmer in Äpfeln sein.

Es gibt übrigens EU-Verordnungen wo klar geregelt ist, wie viele Tierteile maximal in einem Lebensmittel drin sein dürfen. Für Schokolade liegt die Obergrenze z.B. bei 7 Tierteilen (mit Maximalgröße) auf 100g Schokolade, wenn ich mich recht erinnere. Das ist KEIN Scherz!

 

Thema 4: Klima

Das Klima am Standort des Feldes ist entscheidend für das Wachsen der Pflanzen. Neben der Sonneneinstrahlung sind auch Niederschlagsmenge, Luftfeuchtigkeit, Luftzusammensetzung, Luftdruck und Temperatur entscheidend.

Problem 16: Schäden durch Klima 

Dürreperioden, Kälteperioden, Monsune, Hagel, Stürme, Starkregen, Blitze und und und. Weltweit entstehen durch klimabedingte Phänomene recht viele Ernteausfälle. In besonders armen Regionen auf dieser Welt führt das immer wieder zu Hungerkatastrophen und Flüchtlingsströmen. Und da das Klima nun nicht wirklich besser wird in Zukunft, um es mal vorsichtig auszudrücken, werden sich die Ernteschäden vergrößern und die Hungerkatastrophen häufiger auftreten.

 Problem 17: Schäden für das Klima 

Die Probleme der Pestizide und des Düngers wurden oben bereits genannt. Sie verändern die Umwelt stark, und damit auch das Klima. Gerade die Rodung von Wäldern für Ackerflächen ist ein gravierender Punkt. Es gibt immer weniger Biomasse die CO2 bzw. seine Äquivalente aufnehmen kann. Dementsprechend vollzieht sich ein Klimawandel. Der Ackerbau, so wie wir ihn heute betreiben, trägt einen großen Teil zum Klimawandel bei.

 

Thema 5: Flächenverbrauch

Ackerbau erfordert Ackerboden. Also meistens Felder. Diese Felder stellt die Natur nicht von sich aus zur Verfügung, sondern man muß sie erst der Natur „abringen“. Dies geschieht meistens durch Rodung.

In Deutschland liegt der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche bei ca 47%.  Diese Fläche umfasst die Pflanzenproduktion und die Tier-„Produktion“. Die Fläche für Pflanzen beträgt ungefähr 33% der Gesamtfläche Deutschlands. Also knapp ein drittel der Fläche Deutschlands.

Hauptsächlich gibt es in Deutschland 4 Primärpflanzen. Das sind Getreide, Mais, Raps und Zuckerrüben.

Problem 18: externer Flächenverbrauch:

Deutschland ist ein Agrarimporteur. Das heißt, dass Nahrungsmittel importiert werden müssen, da sie nicht selbst hergestellt werden können, bzw. man das nicht möchte. Das führt dazu, dass wir für unsere Lebensmittel nicht nur hier bei uns Fläche verbrauchen, sondern auch in anderen Ländern. Meistens dort wo der Boden für uns günstig ist. Also meistens in ärmeren Ländern. Aber, gerade in diesen Ländern gibt es häufig Hungersnöte durch Armut. Das ist ein sehr perverses globales Spiel. Deutschland ist mit dieser „Taktik“ aber nicht alleine, da jede reichere Nation dies macht. Das machts aber auch nicht besser.

Problem 19: Artenvielfalt:

Ein drittel der Fläche Deutschlands verbrauchen wir für unsere Pflanzen. Das heißt gleichzeitig, dass ein drittel der Fläche Deutschlands entnaturiert wurde und der Umwelt nicht mehr frei zur Verfügung steht. Da wo früher Wälder standen, gibt es nur noch Felder. Und auf diesen Feldern gibt es meistens nur Monokulturen. Das führt dazu, dass die Artenvielfalt der Natur nicht mehr die volle Fläche „benutzen“ kann und damit zurückgedrängt wird. Viele Pflanzenarten sterben aus oder stehen vor dem Aussterben. Auch Tiere, die diese Flächen früher genutzt haben, werden weniger bzw. sind bedrohter, da ihr natürlicher Lebensraum schwindet.

Problem 20: Umgestaltung der Natur:

Für unsere Äcker sind teilweise Bewässerungssysteme notwendig, da sonst nicht genug Wasser zur Verfügung stehen würde. Aus diesem Grund hat man schon vor langer Zeit angefangen Flüsse umzugestalten. Sie werden begradigt, umgeleitet oder gestaut. Durch diesen Umbau entsteht ein künstliches, effektives Wassernetz für den Ackerbau. Der Nachteil ist aber, das die Flüsse einerseits seltener mit großen Wassermassen klarkommen und andererseits bei großen Wassermassen eine Wucht erreichen durch Begradigung, das so einiges mitgerissen wird. In den letzen Jahrzehnten werden Überschwemmungen, Hochwasser und Flutschäden immer größer. Dies führt auch auf den Feldern zu riesigen Schäden, wenn es mal wieder so weit ist. Fairerweise muß man sagen, dass dieses Problem nicht nur mit dem Ackerbau zu tun hat, sondern auch mit der Bebauung mit Häusern in immer größerer Nähe zu Gewässern und auch mit der Vernichtung von Auslaufzonen für die Flüsse. Auch die Nutzung der Wasserkraft durch Wassermühlen und Wasserkraftwerke muß erwähnt werden.

Problem 21: Flächen-Subventionen:

Es gibt Subventionen für Landbesitzer die ihre Landflächen natürlich lassen. Es gibt Subventionen für das Bereitstellen von Naturschutzgebieten. Es gibt Subventionen für den Anbau bestimmter Pflanzen. So weit, so gut.

Ein Problem werden Subventionen erst dann, wenn sie mit dem Export zu tun haben. Die Landwirte können ihre Nahrungsmittel zu Billigstpreisen auf dem Weltmarkt anbieten. Länder die diese Nahrungsmittel dann importieren, weil es günstiger ist als selbst anzubauen, oder müssen, weil sie nichts selbst anbauen können, zerstören damit ihre eigene landwirtschaftliche Grundlage. Die lokalen Landwirte in den importierenden Ländern erhalten meistens keine Subventionen und ihre Ernteprodukte sind dadurch automatisch teurer. Und da der Markt regiert, können sie ihre Ware nicht absetzen, da die Preise nicht wettbewerbsfähig sind. Die Landwirte gehen pleite und mit ihnen auch die landwirtschaftliche Grundlage des Landes. Die Landwirte werden durch externe Subventionen in die Armut getrieben und die importierenden Länder sind auf ewig abhängig von billigen Preisen auf dem Weltmarkt. Wenn es dann zu Preissteigerungen auf dem Weltmarkt kommt, können sie sich die Importe nicht mehr leisten und haben keine eigene landwirtschaftliche Basis mehr. Hungersnöte sind die Folge.

Problem 22: Kulturerhalt/Saatguterhalt:

Es wird versucht, den Ertrag der Pflanzen immer weiter zu steigern. Bei diesem Prozess bleiben nur bestimmte Sorten einer Pflanzenart übrig, die dann fast überall angebaut werden. Andere Sorten einer Art verschwinden nach und nach. Das ist problematisch dahingehend, das man bei einer großen Anzahl von Sorten, für jedes Klima etwas dabei hat und damit für die Zukunft gewappnet ist. Es gibt heutzutage bereits einige Projekte die sich dem Kulturerhalt verschrieben haben. Also dem Sichern von Saatgut, welches sonst „aussterben“ würde.

 

Problem 23: Landbesitz:

Durch die Urbanisierung, also der Verstädterung, gibt es Wechselwirkungen die dazu führen, dass immer weniger Landwirte, immer mehr Fläche besitzen. Diese Landwirte agieren nicht alleine, sondern schließen sich zu Konsortien zusammen, die zusammen ihre Felder bewirtschaften. Anders ausgedrückt: Aus den einzelnd agierenden Landwirten werden im Endeffekt immer mehr Großkonzerne. Und diese Großunternehmen besitzen soviel Ertragsfläche, dass es sich teilweise schon um Monopole handelt. Und wer ein Monopol hat, der kann auch die Preis bestimmen. Zum Leidwesen der Endnutzer.

 

Thema 6: Zucht/Gentechnik

Die Themen Zucht und Gentechnik gehören zusammen, auch wenn einem das nicht immer bewußt ist.

Zucht ist die gezielte genetische Selektion, von vorteilhaften Eigenschaften einer Pflanze für die kommenden Generationen. Heißt nichts anderes, als folgendes:

Zucht durch Selektion:

Es wachsen 10 Pflanzen auf einem Feld. 1 Pflanze davon hat doppelt so viel Ertrag wie die anderen. Es ist „logisch“ aus Ertragssicht, nun nur noch diese Pflanze mit dem hohen Ertrag zu verwenden bei der nächsten Aussaat. Dann wird wieder geschaut ob eine dieser Pflanzen einen höheren Ertrag hat als die anderen und dann wird wieder selektiert. Das ist Zucht. Wenn eine Pflanze mit besonderen Eigenschaften über mehrere Generationen stabil ist, so kann sie als neue Sorte eingetragen werden. Dies geht dann über EU-Richtlinien.

Zucht durch Kreuzung:

Eine andere Art der Zucht, ist die Kreuzung. Man kreuzt zwei Pflanzen die jeweils eine bestimmte Eigenschaft haben die vorteilhaft ist, aber alleine nicht ausreicht für das was man vorhat. Daher nimmt man mehrere Pflanzen, kreuzt sie ganz gezielt und es entstehen auch neue Sorten. Das Prinzip ist das gleiche wie z.B. in der Tierzucht. Man sucht sich quasi Männchen und Weibchen aus, bei denen man denkt das sie sehr „erfolgreiche“ Nachkommen erzeugen und kreuzt diese Tiere dann gezielt.

Ein großes Zuchtgebiet ist z.B. der Bereich der Tulpen und Rosen.

Gentechnik:

Bei der Gentechnik wird auf die Zucht verzichtet. Es werden direkt Gene abgeschaltet in den Pflanzen oder neue Gene eingebracht, die entweder zu anderen Pflanzen gehören, oder zu Tieren oder zu Bakterien/Viren oder zu Mikroben. Auch künstliche Gene, die in der Natur nicht vorkommen, werden in die Pflanzen eingebracht.

Ein Sinn besteht z.B. darin, dass man dem Mais Gene hinzufügt, die ihn immun machen gegen Pestizide. Das ist der Genmais. Der Mais kann auf dem Feld wachsen, und man kann während des ganzen Anbauzyklus‘ Pestizide verteilen die dem Mais nichts ausmachen.

Problem 24: Pestizideinsatz bei genveränderten Nutzpflanzen:

In der Realität hat der Einsatz von genveränderten Pflanzen zu einem deutlich erhöhten Pestizideinsatz geführt.

Bei unveränderten Pflanzen mussten die Landwirte darauf achten, dass sie ihre Pestizide nur zu ganz bestimmten Zeiten aufs Feld bringen, da sie sonst ihre Nutzpflanzen geschädigt hätten. Der Einsatz von Pestiziden war aus natürlichen Gründen limitiert.

Mit dem Einsatz von genveränderten Pflanzen hat sich das allerdings geändert. Denn nun ist es egal zu welchem Zeitpunkt ich Pestizide auf dem Feld ausbringe. Die Nutzpflanzen stört das nicht mehr, egal zu welcher Zeit. Die Folge davon ist, dass die Landwirte DEUTLICH mehr Pestizide einsetzen als vorher. Weil sie es nun können. Und wie Pestizide auf die Umwelt wirken, ist bereits weiter oben beschrieben. Diese Problematik wird durch genveränderte Pflanzen verstärkt.

Fairerweise muß man auch sagen, dass es auch positive Seiten von Gentechnik gibt. Gentechnik erzeugt eine höhere Ertragssicherheit. Und wenn die Gene gegen natürliche Fressfeinde gerichtet sind, OHNE das es zu mehr Pestizideinsatz führt, dann ist das durchaus positiv.

 

Problem 25: Ausbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen:

Pflanzen breiten sich aus. Auch auf Nachbarfelder. Auch genetisch veränderte Pflanzen wandern von Feld zu Feld. Gene lassen sich nicht eindämmen in der Natur. Die Pollen werden durch Insekten, so es sie noch gibt, von den Nutzpflanzen in die Natur getragen und auf andere Felder. So findet man heutzutage genetisch veränderte Pflanzenbestandteile auf anderen Feldern, wo sie überhaupt nicht hingehören. Aber auch in Endprodukten, in denen man sie gar nicht vermutet. Z.b. im Honig. Wenn Bienen die Pollen sammeln, von einem genetisch veränderten Feld, dann wandern diese Pollen auch in den Honig und damit auch über indirekte Umwege in unsere Nahrung.

 

Problem 26: Wie wirken sich die „neuen“ Gene in der Umwelt aus?

Unter natürlichen Umständen kommt es immer wieder vor, dass in bestimte Lebensräume fremde Arten eindringen. Das ist normal. Das Eindringen der fremden Arten führt zwangsläufig immer zu einer Änderung im jeweiligen Lebensraum. Ob diese Änderung gut oder schlecht ist, kann man nicht sagen. Vllt. sollte man fragen: „Gut für wen?“ und „Schlecht für wen?“.

Die gentechnisch veränderten Pflanzen stellen immer eine neue Art dar bzw eine geänderte Art. Treffen sie auf bereits vorhandene Lebensräume, so verändern sie diese Lebensräume auch. Im Fall der gentechnisch veränderten Nutzpflanzen, werden neue Gene in den Genpool des Lebensraums eingebracht. Ob das gut oder schlecht ist, ist nicht feststellbar. Wissen tut man es erst hinterher.

Problem 27: Gentechnik, Großkonzerne und Abhängigkeit:

Monsanto ist eins der größten Agrarunternehmen und stellt den berühmten Genmais her. Der Genmais wird in einem Gesamtpaket mit einem Pestizid verkauft. Das ganze nennt sich dann „RoundUp“-Produkt. Wird der Genmais angepflanzt und durch das Pestizid „bearbeitet“, ist das Feld darunter pestizidverseucht durch den erhöhten Pestizideinsatz. Siehe Problem 23. Es bilden sich auch Unkrautresistenzen. Siehe Problem 7.

In den ersten Jahren funktioniert Genmais super. Er wächst und gedeiht, bringt ordentlich Ertrag und der Landwirt ist begeistert. Doch dann merkt der Landwirt, dass die Unkrautresistenz zunimmt und das Pestizid kaum noch Wirkung zeigt. Er benutzt immer mehr Pestizid um dem entgegenzuwirken. Irgendwann kann er machen was er will, es wächst nur noch Unkraut auf dem Feld. Der Landwirt muß sein Feld aufgeben, weil es keinen Ertrag mehr bringt. Damit hat er sich um seine Lebensgrundlage gebracht. Denn das Feld ist „tot“. Andere Pflanzen wachsen nicht mehr darauf, da der Boden so giftig für Pflanzen geworden ist, dass dort nichts anderen als Unkraut mehr wächst.

Langfristig führt das zu folgendem Problem: Wenn immer mehr Landwirte ihre Felder aufgeben müssen, wird die Ertragsfläche kleiner. Und auf dieser immer kleiner werdenden Ertragsfläche, müssen immer höhere Erträge erzielt werden. Das geht dann wieder nur mit Genmais der einen höheren Ertrag hat. Das führt wieder zu einer langfristigen Bodenverseuchung und damit zum „abtöten“ weiterer Ertragsfläche. Ein Teufelskreis. Wenn man einmal mit so einem Konzept anfängt, wird es nach mehreren Jahrzehnten nur noch pestizidverseuchte Böden geben, auf denen nur noch Unkraut wächst. In diesem Fall ist man darauf angewiesen, dass sich eine Firma wie Monsanto ein Produkt ausdenkt, um dem entgegenzuwirken. Der Landwirt selbst ist auf das Wohlwollen dieser Firma angewiesen. Und das macht die Firma ja gerne. Zum richtigen Preis… 😉

Landwirte die Genmais und ähnliches anbauen, entziehen sich über kurz oder lang ihre eigene Grundlage. Sie werden abhängig von Großunternehmen.

Noch schlimmer sieht es in ärmeren Regionen aus, wo die Landwirte, auf Grund von bestimmten Umweltbedingungen, gar keine andere Wahl haben als so ein Genzeugs zu verwenden. Denn diese armen Landwirte zerstören auch noch den Rest ihrer Lebensgrundlage.

 

Thema 7: Wasserverbrauch

Pflanzen brauchen Wasser. Ohne Wasser geht nichts.

In Deutschland haben wir aufgrund des milden Klimas, nicht unbedingt ein Problem mit dem Wasserverbrauch für die Landwirtschaft. Wir setzen zusätzliche Bewässerung höchstens mal im Hochsommer ein, wenn es mal eine längere Hitzewelle gibt. In anderen Ländern mit klimatisch deutlich ungünstigeren Bedingungen, sieht das schon ein wenig anders aus.

Problem 28: Trinkwasser zur Bewässerung:

In Regionen auf dieser Welt, in denen es viel zu warm ist, wird häufig Quell- bzw. Grundwasser benutzt um die Felder am Leben zu erhalten. Ohne dieses Wasser haben die Felder sonst kaum ein Chance. Die Folge davon ist ein Absinken des Grundwasserspiegels. Denn alles Wasser, was auf die Felder gebracht wird, sickert zum Teil in den Boden. Auf der anderen Seite aber verdunstet es durch die Wärme, wird durch „Wolken“ und Wind abtransportiert und schlägt irgendwo anders wieder nieder.

Problematisch wird es in Regionen, in denen Menschen auch ihr Trinkwasser aus Quellwasser gewinnen. Durch das Absinken des Grundwasserspiegels, werden Brunnen ausgetrocknet und Wasserpumpen liefern nichts mehr. Das hat schon sehr häufig dazu geführt, das Menschen kein relativ sauberes Wasser mehr hatten und sich aus anderen Quellen bedienen mussten. Z.B. aus schmutzigen Flüssen, die Krankheitskeime enthalten. Gesundheitliche Folgen inbegriffen.

 

Problem 29: Trinkwasserbelastungen:

Neben dem Mangel an Grundwasser, kommt noch die Verseuchung des Grundwassers durch Pestizide und Dünger zum tragen. Reichere Regionen können sich Klärwerke und Wassersäuberungsanlagen leisten. Ärmere Regionen können das nicht. Sie müssen dieses verseuchte Wasser als Trinkwasser nehmen. Dazu kommt dann noch fehlende Aufklärung über den Zustand des Wassers. Regionen mit schlechter Trinkwasserqualität und niedriger Bildung, haben sehr viele Gesundheitsprobleme die es in der „ersten Welt“ nicht gibt.

 

Problem 30: Wasserumverteilung:

Durch das Verdunsten des vielen Wassers auf den Feldern in heißen Regionen, kommt es zu einem Abtransport des Wassers in andere Regionen. Die langfristige Folge: trockene Gegenden werden immer trockener und andere Regionen werden immer nasser. Die Landwirtschaft trägt also durch die Bewässerung mit zum Klimawandel bei.

 

Thema 8: landwirtschaftliche Zweckentfremdung:

Wir bauen nicht nur Nahrungsmittel an, sondern benutzen die Felder noch für ganz andere Sachen.

Problem 31: Energieerzeugung:

Auf den landwirtschaftlichen Ertragsflächen werden Pflanzen angebaut, die später der Energieerzeugung und Kraftstoffherstellung dienen.

Das kann z.B. „Grünzeug“ sein für Biogasanlagen oder Raps für die Ölherstellung, um damit Autos anzutreiben. Entscheidend dabei ist, dass diese Nahrungspflanzen nicht mehr für die Ernährung der Menschen zur Verfügung stehen. In reichen Ländern ist das kein Problem, da gibt es genug Nahrung. Für ärmere Regionen ist das allerdings nicht so gut. Wenn Pflanzen zu Zwecken angebaut werden, die nichts mit Nahrung zu tun haben, dann sinkt das Angebot an Nahrung. Die Folge davon ist eine Preissteigerung der Nahrung. Für ärme Regionen heißt das, dass sie ihre Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt teurer einkaufen müssen. Was dann dazu führt, dass die Menschen in ärmeren Regionen immer mehr Geld ausgeben müssen. Pervers wird das ganze, wenn diese Menschen dann vorher um ihr Land gebracht worden sind durch Subventionen oder Feldverseuchungen und dergleichen. Denn dann müssen sie dieses Spiel mitspielen und kommen da nicht mehr raus.

Problem 32: Tierfutter:

Das gleiche Problem besteht mit dem Anbau von Tierfutter. In Deutschland wird z.b. viel Mais nur für Tiere angebaut. Dies führt dazu, dass wir hier in Deutschland eine ganze Menge Fleisch zur Verfügung haben, aber den Ärmsten auf der Welt schadet dies wieder, da diese Nahrung auf dem Weltmarkt fehlt, der zu niedrigen Preisen führen würde.

 

Thema 9: Transport

Lebensmittel werden heutzutage weltweit transportiert. Es findet ein reger Handel statt über Importe und Exporte. Die Länder spezialisieren sich auf bestimmte Pflanzen und optimieren die Anbauprozesse immer weiter. Die Grundlagen für die Entscheidungen, wo was angebaut wird, sind vielfältig und die daraus resultierenden Probleme auch.

Problem 33: allgemeine Transportkosten:

Wenn ich Nahrungsmittel von einem Punkt der Welt zu einem anderen Punkt der Welt transportiere, so kostet das Geld. Konsequenz: Reiche Länder können vielfältige Lebensmittel aus aller Welt importieren. Ärmere Länder können das eher weniger. Ärmere Länder sind deutlich abhängiger vom Weltmarkt, als reichere. Die verursachten Transportkosten, z.B. der Bau von Schiffen, Zügen, LKWs und Flugzeugen, sind deutlich höher, wenn man als Alternative den regionalen Anbau sieht. Ein gravierender Grund für den Transport ist natürlich das Klima.

Problem 34: Umweltbelastung:

Jeder Transport hat Einfluß auf die Umwelt. Seien es nun CO2-äquivalente Emissionen, Ölrückstände oder Lackrückstände im Meer durch Schiffe oder der „Abfallentsorgung“ durch Schiffe auf dem Meer.

Die Umweltbelastungen sind recht hoch.

Problem 35: Kraftstoffverbrauch:

Jeder Transport benötigt Energie. Dies meist in Form von fossilen Brennstoffen. Meistens Öl in Form von Diesel. Der Ölverbrauch ist enorm hoch. Und da dass Öl nicht gerade mehr wird, wird der weltweite Nahrungsmitteltransport irgendwann nicht mehr funktionieren.

 

Thema 10: Die Börse/Globalisierung

 Problem 36: Spekulationen:

Nahrungsmittel werden an der Börse gehandelt. Es wird mit Nahrung Profit gemacht auf dem Rücken derjenigen, die die Nahrungsmittel brauchen. Die Preise für Nahrungsmittel, die dadurch entstehen, haben nichts mehr mit der Realität zu tun. Nahrungsmittelspekulationen gehören verboten.

Problem 37: Exportfolgen:

Export hat im Zielland immer das Problem, dass die dort importierten Waren billiger sind, als die heimischen Nahrungsmittel. Das zerstört langfristig das landwirtschaftliche Rückgrat eines Landes. Ärmere Länder sind davon besondern betroffen. Die Landwirte haben keine Chance auf dem Markt und müssen ihre landwirtschaftliche Tätigkeit aufgeben. Um aber dennoch einen Erwerb zu haben, fangen sie zu Hungerlöhnen in irgendwelchen Fabriken an, die wieder Waren für die erste Welt herstellen. Diese Regionen bluten aus.

Problem 38: Monopole:

Durch die Globalisierung und den Kapitalismus ergibt es sich automatisch, dass immer weniger Menschen immer größere Monopole haben. die Firmen die weltweit im Nahrungssektor arbeiten, werden immer größer und einsamer. Die Folge ist eine Abhängigkeit von Großkonzernen, die bestimmen, was die Leute für welches Geld bekommen. Noch perverser wird es, wenn diese wenigen Großkonzerne auch noch nicht nachweisbare Preisabsprachen vornehmen. So werden die Preise für bestimmte Nahrungsmittel künstlich hochgehalten. Zu Ungunsten der ärmeren Menschen.

Problem 39: Patente:

Ein weiteres Problem sind Patente auf Nahrungsmittel. Aktuell sind wir noch in einem Zustand, in dem Patente auf Lebensmittelt an vielen Orten der Welt verboten sind. Das wird sich aber durch den Kapitalismus in den nächsten Jahren ändern. Noch komplexer wird das Thema, wenn man sich anschaut, dass es auf Genmais z.B. ein Patent gibt. Und wenn man die Welt von diesem Genmais abhängig macht, dann hat man sein Ziel auch erreicht. Da gilt es also ganz genau hinzuschauen.

Problem 40: Verteilung der Nahrungsmittel:

Ein weltweites Problem. Über 1Mrd Menschen sind zu fett und über 1Mrd Menschen hungern. Das ist ein perverses kapitalistisches Problem. Daran wird sich auch nichts ändern, solange man am Kapitalismus festhält.

 

 

 Fazit:

Es gibt eine Menge Probleme, die die Landwirtschaft von heute hat. Wenn wir eine nachhaltige Landwirtschaft haben wollen weltweit, dann erfordert das eine sehr komplexe Lösung, die alle 40 Probleme beseitigt. Ideen dafür gibt es viele, aber die müssen politisch aktiviert werden, damit sie im globalem Maßstab vollzogen werden können. In der Realität sehen wir aber, dass das leider nur ein Wunschdenken ist.

 

Das wars…


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