Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus…..ein Zwischengedanke und die Frage nach einem Systemwechsel.

22. Juni 2014 | By darek | Filed in: Gesellschaft.

Es gibt viele Spielformen des Wirtschaftens. Gerade in letzter Zeit scheint es so, als ob auch der Kapitalismus scheitern wird (wiedermal), wie zuvor schon der Sozialismus und der Kommunismus. Es gibt selbstverständlich viele andere Wirtschaftsformen, aber ich möchte mich nur mit diesen drei auseinandersetzen. Dazu habe ich mal versucht eine Definition zu finden für diese „Systeme“, damit man sie miteinander vergleichen kann und auch deren Krisen.

Los gehts…

In der BRD nennen wir unser Wirtschaftskonzept „soziale Marktwirtschaft“. Mit dieser Definition können die meistens Menschen begrifflich umgehen.

Wenn man sich die damalige DDR anschaut, so wissen wir, dass es sich um eine Planwirtschaft handelte. Der Plan selbst sollte den Arbeitern der DDR ein gutes soziales Leben bieten. Ein Arbeiterstaat halt. Ich würde die Wirtschaftsform der DDR also nicht Sozialismus nennen, sondern „soziale Planwirtschaft“.

Der Kommunismus wurde maßgeblich durch die damalige UDSSR gestaltet (Sowjetunion und „Satellitenstaaten“). Im Wort Kommunismus steckt das Wort „Kommune“ drin. Dieses steht in etwa für Gemeinde/Gemeinschaft. Auch im heutigen Deutschland wird das Wort Kommune für eine Gemeinde benutzt oder für  alternative Gesellschaftsformen (z.B. „Kommune 1“, mal googlen). In dieser Wirtschaftsform selbst, gibt die Kommune vor, was gewirtschaftet werden soll, bzw. was benötigt wird. Dies waren normalerweise Produkte/Rohstoffe, die die Menschen in der Gemeinde benötigt haben. Die Wirtschaftsform selbst, würde ich also als „soziale Kommunenwirtschaft“ bezeichnen.

Alle drei Wirtschaftsformen haben NICHTS mit dem politischen System dahinter zu tun. Denn das ist beliebig. Es kann z.B. auch eine soziale Marktwirtschaft in einer Diktatur herrschen, oder Kommunismus in einer Demokratie oder Sozialismus unter einer Monarchie. Es gibt auf der ganzen Welt verschiedene Kombinationen von Wirtschaftsform und Politikform.

Zusammenfassung für BRD, DDR und UDSSR:

Kapitalismus: soziale Marktwirtschaft

Sozialismus: soziale Planwirtschaft

Kommunismus: soziale Kommunenwirtschaft

 

Die erste Frage die man stellen muß, ist folgende:

Wer gestaltet die Ausformung der Wirtschaft selbst? Oder anders gefragt: Wer regiert die Wirtschaft?

Die Antwort darauf, steckt bereits in der Definition der entsprechenden Wirtschaftsform.

In einer Marktwirtschaft regiert der Markt, in einer Planwirtschaft regiert der Plan und in einer Kommunenwirtschaft regieren die Kommunen, bzw. die Kommune.

Die „Regierung“ der entsprechenden Wirtschaftsform, ist aber nicht die höchste Regierung. Eine Stufe darüber sitzt das politische System, welches durch Gesetze und Verordnungen, den Markt steuert, den Plan steuert oder die Kommune steuert. Idealerweise so steuert, dass das „sozial“ vor der Wirtschaftsform stehen bleiben darf.

In der Realität funktioniert diese Steuerung nicht!

Der Markt schickt Abgesandte in die Politik um die Politik dahingehend zu ändern, dass der Markt immer weniger gesteuert wird, damit der Markt nicht „unnötig“ reguliert wird. Das nennt man Lobbyismus. Die Politik weicht nach einigen Jahrzehnten komplett auf und versagt komplett dabei, das Wort „sozial“ umzusetzen.

Bei einem Plan, kommen Menschen in die Politik, die den Plan umschreiben wollen zu ihren eigenen Gunsten. Dies waren meistens Parteifunktionäre, die ein bischen mehr Luxus haben wollten, als die normalen DDR-Bürger. Auch hier wird die Politik aufgeweicht und die Steuerung des Plans bekommt einen immer weniger sozialen Touch.

In der Kommune ist es das gleiche Prinzip wie bei einem Plan. Daher sind Kommunismus und Sozialismus auch relativ nah beieinander. In die obersten Ebenen der Kommunen kommen nach einer Weile die Menschen rein, die bestimmen wollen, was die Gemeinde denn „braucht“. Und das ist meistens Luxus für die Gemeindeführer. Auch hier wird das „soziale“ geschwächt.

 

JEDES dieser drei Systeme, baut im Laufe der Zeit den Begriff „soziales“ ab! Was übrig bleibt, ist eine Bevölkerung die keinen Bock mehr hat und sich ständig beschwert. Volksaufstände und Demonstrationen sind die Folge. In der Sowjetunion und der DDR wurden diese Aufstände mit Gewalt niedergeschlagen bzw. standen kurz davor gewalttätig niedergeschlagen zu werden. Ich meine jetzt nicht die Demonstrationen zum Ende der 80er-Jahre. Diese waren größtenteils friedlich. In der BRD gab es die Studentenbewegungen der 1960er Jahre.

Die Teile der Bevölkerung aller drei Systeme, die gemerkt haben, dass das Soziale abgebaut wird und Interessen in den Vordergrund traten (kriegerische Konflikte etc.), die nicht wirklich dem Volk dienen, gingen auf die Straße. Dies war jeweils ein Wendepunkt im jeweiligen System. Das Volk wurde zum Feind erklärt. Seit den 70er Jahren gibt es in der BRD eine enge Kooperation zwischen BND und NSA bei der das Volk systematisch abgehört wird um es zu kontrollieren und um Unruhen zu unterdrücken. In der DDR hat die gleiche Aufgabe die Stasi übernommen. Auch sie hat abgehört und alle überwacht. In der UDSSR war der KGB zuständig für die Überwachung der Bevölkerung.

Die Reihenfolge ist immer die gleiche.

1. Das politische System weicht auf und „soziales“ wird abgebaut.

2. Die Menschen gehen auf die Straße und streiken

3. Die Demonstrationen werden medial zerstreut oder plattgemacht.

4. Die Politik setzt ihre Geheimdienste gegen das eigene Volk ein und unterdrückt es. Propaganda ist eine funktionierende Möglichkeit.

5. Die Bevölkerung spaltet sich geistig vom Staat ab und schließt sich geistig Randgruppen an, die das „soziale“ noch groß schreiben. Das sind Religionen, der linke oder rechte Sektor etc. Es findet eine Radikalisierung der Bevölkerung statt. Ob es nun eine Glaubensradikalisierung ist, oder eine politische Radikalisierung ist dabei eher egal.

6. Der Volkszorn bricht aus. Offene Demonstrationen und Straßenschlachten mit der Obrigkeit.

7. Wenn das Volk diesen Kampf verliert, dann ist es am Arsch. Wenn das Volk gewinnt, werden die aktuellen Politiker von dannen gejagt und neue Politiker eingesetzt. Meistens solche Politiker, die ganz penibel darauf achten, das auch das „soziale“ aufgebaut wird. So kam z.B. der Nationalsozialismus 1933 an die Macht in Deutschland. In den meisten Fällen kommt aber kein Diktator an die Macht, sondern ein Mensch der etwas reicher ist. Dieser Reichtum wiederum kommt aus dem Markt, dem Plan oder der Kommune. Und dieser Mensch soll jetzt den Markt wieder sozial machen, den Plan wieder sozial machen und die Kommune wieder sozial machen. Das kann nicht funktionieren. Da ist bereits Punkt 1 der Ereignisabfolge erfüllt, wenn das politische System aufweicht.

Und so kämpfen sich die Menschen der Welt von Krise zu Krise, von Krieg zu Krieg…..und nie ist mal Ruhe.

Wie lange wollen wir das denn noch machen? Die nächsten 100 Jahre? Die nächsten 1000Jahre?

Geschichte wiederholt sich!

Es wird Zeit für einen Systemwechsel. Ich persönlich bin ja für einen Hochtechnologie-Sozialismus. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Das wars…


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